Schwule Gesundheitspolitik – ein Zukunftsthema für die Community?

(SNW) | 21. März 2016

wie bist du denn„Diagnose: Homosexualität?!“ – Die Frage, ob und warum Gesundheitspolitik neben HIV und AIDS auch ein schwules Politikfeld ist, wird uns in der Zukunft zunehmend beschäftigen. Mit der Forschung zu Frauen- und Männergesundheit wird auch die Frage aufgeworfen, inwiefern die sexuelle Identität und die Lebenssituationen von Schwulen Einfluss auf die individuelle Gesundheit haben. Das Thema hat eine lange Tradition und wurde sogar von den „Besorgten Eltern“ erkannt. Wird es in Zukunft also wieder öfter heißen: Diagnose Homosexualität?

Christian Naumann, Vorstandsmitglied des Schwulen Netzwerks NRW, greift diese Frage in seinem Beitrag auf.

Bis 1992 war Homosexualität ein klassifiziertes Krankheitsbild im internationalen Katalog der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation WHO. Transsexualität ist es bis heute. Intersexuelle sind immer noch medizinischer Gewalt ausgesetzt. Die medizinische Gewalt an Schwulen wurde bis heute nicht aufgearbeitet oder entschädigt. Seitdem hat sich dennoch viel verändert. Mit der schwulen Gesundheit ist ein eigenes Forschungsfeld entstanden, das die charakteristischen Merkmale der Gesundheit von schwulen Männern untersucht. Es reiht sich ein in die Debatten um Frauen- und Männergesundheit und befördert somit die Perspektiven auf einen Gesundheitsbegriff unter Berücksichtigung der sexuellen Identität. Sowohl soziale als auch psychische Bedingungen sind Mittelpunkt zahlreicher Studien über schwule Männer und bilden viele Puzzle-Teile, die die schwule Gesundheit zusammensetzen. (mehr …)