Heute werden wir 25 Jahre! Dazu im Interview: Gründungsmitglied Frank Siekmann

(SNW) | 15. Juni 2016 | Kategorie: 25 Jahre Netzwerk

SNW_JUBIAm 15. Juni 1991 wurde das Schwule Netzwerk NRW von Vertretern zahlreicher schwuler Gruppen und Initiativen in Dortmund gegründet. 60 Männer und eine Kollegin von Pro Familia Bochum nahmen laut Teilnahmeliste, die auf den Rückseiten von drei A4-Briefumschlägen (etwas anderes war gerade nicht zur Hand) festgehalten wurde, an dem Gründungstreffen teil. 36 davon beschlossen als Vertreter ihrer entsendenden Gruppen mit der Unterzeichnung der Satzung den Aufbau eines gemeinsamen Landesverbandes.

Frank Siekmann war einer von ihnen. Er nahm als Vertreter der „Schwusos und Andere Dortmund“ an der Gründungsversammlung teil und unterzeichnete die Satzung mit. Auch heute ist er noch in der Dortmunder Community sehr aktiv. Wir haben ihn zum Anlass unseres Geburtstags interviewt.

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Schwule Gesundheitspolitik – ein Zukunftsthema für die Community?

(SNW) | 21. März 2016 | Kategorie: 25 Jahre Netzwerk

wie bist du denn„Diagnose: Homosexualität?!“ – Die Frage, ob und warum Gesundheitspolitik neben HIV und AIDS auch ein schwules Politikfeld ist, wird uns in der Zukunft zunehmend beschäftigen. Mit der Forschung zu Frauen- und Männergesundheit wird auch die Frage aufgeworfen, inwiefern die sexuelle Identität und die Lebenssituationen von Schwulen Einfluss auf die individuelle Gesundheit haben. Das Thema hat eine lange Tradition und wurde sogar von den „Besorgten Eltern“ erkannt. Wird es in Zukunft also wieder öfter heißen: Diagnose Homosexualität?

Christian Naumann, Vorstandsmitglied des Schwulen Netzwerks NRW, greift diese Frage in seinem Beitrag auf.

Bis 1992 war Homosexualität ein klassifiziertes Krankheitsbild im internationalen Katalog der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation WHO. Transsexualität ist es bis heute. Intersexuelle sind immer noch medizinischer Gewalt ausgesetzt. Die medizinische Gewalt an Schwulen wurde bis heute nicht aufgearbeitet oder entschädigt. Seitdem hat sich dennoch viel verändert. Mit der schwulen Gesundheit ist ein eigenes Forschungsfeld entstanden, das die charakteristischen Merkmale der Gesundheit von schwulen Männern untersucht. Es reiht sich ein in die Debatten um Frauen- und Männergesundheit und befördert somit die Perspektiven auf einen Gesundheitsbegriff unter Berücksichtigung der sexuellen Identität. Sowohl soziale als auch psychische Bedingungen sind Mittelpunkt zahlreicher Studien über schwule Männer und bilden viele Puzzle-Teile, die die schwule Gesundheit zusammensetzen. (mehr …)


25 Jahre Schwules Netzwerk NRW – Warum braucht es uns?

(SNW) | 2. Februar 2016 | Kategorie: 25 Jahre Netzwerk

Plakat Gruenderversammlung 300Die Frage, warum es uns braucht, ausgerechnet im Jubiläumsjahr unseres Verbandes zu stellen, ist tückisch. Die Antworten auf diese Frage sind so gut wie vorgegeben – zumal, wenn sie auch noch an jemanden gerichtet wird, der in diesem Verein Verantwortung trägt. Wer ist „es“? Wer ist dieses Netzwerk? Brauchen wir uns? Wer braucht uns? Oder brauchen wir uns nicht mehr?

Steffen Schwab, Landesvorsitzender des Schwulen Netzwerks NRW, greift diese Fragen in seinem Beitrag auf:

Der Paragraf 175 ist weg. Die eingetragene Lebenspartnerschaft ist da. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz auch. Und darüber hinaus eine ganze Reihe von Regelungen und Instituten, die die Akzeptanz von Schwulen und Lesben unterstützen und die zumindest eine Annäherung zu rechtlicher Gleichbehandlung darstellen.

Das ist die Geschichte seit 1991, als fast 40 schwule Gruppen und Initiativen in Dortmund das Schwule Netzwerk gegründet haben: ein Projekt, das eine Vielzahl von Themen und Interessen miteinander vernetzt, den Austausch fördert, gemeinsame Interessenvertretung anstrebt, Dienstleister für die vernetzten Projekte sein will. Und, vor allem: eine in der – noch – überwiegenden Zeit ihrer Existenz unterdrückte Minderheit sichtbar macht. (mehr …)


Rede zum Gedenken an die lesbischen und schwulen Opfer des Nationalsozialismus

(SNW) | 27. Januar 2016 | Kategorie: ARCUS

Mahnmal_1Jährlich laden am Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz die Landesverbände zum Gedenken an die schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus ein. Vertreter_innen des Schwulen Netzwerks NRW, der LAG Lesben in NRW, der ARCUS-Stiftung, des LSVD NRW und des Arbeitskreises Leben Schwule Bisexuelle Transgender und Intersexuelle in ver.di Köln legen am Mahnmal für die lesbischen und schwulen Opfer des Nationalsozialismus „totgeschlagen – totgeschwiegen“ in Köln Blumen nieder. Die Zauberflöten untermalen das Gedenken musikalisch.

Markus Johannes, Landesgeschäftsführer des Schwulen Netzwerks NRW und stellv. Vorstandsvorsitzender der ARCUS-Stiftung hielt am 27. Januar 2016 die Gedenkrede:

Liebe Freundinnen und Freunde,

heute möchte ich den Tag nutzen, um über das Thema Flucht zu sprechen. Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich meine Gedanken dazu für eine Rede ordnen kann. Bundespräsident Joachim Gauck hat mir dabei mit seiner Rede zum Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung, die er in Berlin am 20. Juni 2015 gehalten hatte, sehr geholfen. An diesem Tag beginn Deutschland zum ersten Mal offiziell den internationalen Weltflüchtlingstag, wie er bereits vor fünfzehn Jahren von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen wurde.  (mehr …)


Ehrenmitgliedschaft für Patrik Maas

(SNW) | 18. November 2015 | Kategorie: 25 Jahre Netzwerk

Patrik1Die Mitgliederversammlung des Schwulen Netzwerks NRW hat Patrik Maas einstimmig zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt und ist damit einem Vorschlag des Vorstands gefolgt. Patrik Maas wird die Auszeichnung beim Neujahrsempfang des Schwulen Netzwerks am 15. Januar 2016 entgegennehmen.

In seinem 25. Jahr zeichnet das Netzwerk mit Patrik Maas einen Menschen aus, der den Landesverband geprägt hat wie wenige andere: Am 1. Oktober 1995 wurde der frischgebackene Betriebswirt erster Landesgeschäftsführer des gerade vier Jahre alten Vereins, zunächst mit einer 50-, später dann mit einer 100-Prozent-Stelle. Patrik Maas etablierte das Schwule Netzwerk zum einen als Interessenvertretung auf Landesebene gegenüber Politik und Verwaltung, zum anderen als Dienstleister für die schwule und schwul/lesbische Selbstorganisation im ganzen Land. Viele Aktive aus den 1990er Jahren haben die fachliche Unterstützung durch Patrik Maas schätzen gelernt, als sie selbst in den verschiedenen Regionen ihre Strukturen zu errichten begannen – und auch die aufbauende Ermutigung, wenn die Bretter, die da zu bohren waren, wieder einmal zu dick erschienen.  (mehr …)


Erste Ergebnisse des Fachaustausches „LSBT-Flüchtlinge in NRW“

(SNW) | 13. November 2015 | Kategorie: Community

Flucht3Am 5. November 2015 trafen sich 45 Personen, um über ihre Erfahrungen aus der Flüchtlingsarbeit mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* in NRW zu berichten. Der Fachaustausch fand auf Einladung der Aidshilfe NRW, des LSVD NRW, der LAG Lesben in NRW und des Schwulen Netzwerks NRW statt. Als Ergebnis wurden Arbeitsgruppen verabredet, die sich zukünftig mit den Schwerpunkten der weiteren Arbeit beschäftigen werden.

Zahlreiche Interessierte aus ganz Nordrhein-Westfalen trafen sich zum Fachaustausch in Düsseldorf. Neben einzeln Engagierten aus den schwulen, lesbischen und trans*-Communities waren auch Fachleute aus der Flüchtlings- und Antirassismusarbeit, sowie von queeramnesty, und aus spezialisierten Beratungseinrichtungen anwesend. Diese berichteten über ihr Engagement vor Ort, von Flyern, Plakaten mit QR-Codes, Beratungsgesprächen, Hilfestellungen bei Asylanträgen und Ratsbeschlüssen zum Thema LSBT-Flüchtlinge, etwa von der Stadt Köln.  (mehr …)


Fachaustausch LSBT-Flüchtlinge in NRW

(SNW) | 14. Oktober 2015 | Kategorie: Community

man's hand holding a passport as a paper airplane over a barbedIn Nordrhein-Westfalen kommen viele Menschen an, die aus verschiedenen Gründen ihre Heimatländer verlassen mussten. Das Land NRW mit seinen zahlreichen ehrenamtlichen Helfer_innen tut viel, um den ankommenden Menschen Raum, Unterstützung und Hoffnung zu geben. Immer wieder berichten uns Gruppen und Einzelpersonen von lesbischen, schwulen und trans* Flüchtlingen, die bei ihnen Rat und Hilfe suchen.

Deshalb möchten wir, die Landesverbände LAG Lesben in NRW, Schwules Netzwerk NRW, LSVD NRW und Aidshilfe NRW zu einem Austausch über die aktuelle Situation von LSBT-Flüchtlingen einladen. Wir möchten gezielt die Gruppen, Organisationen und Menschen ansprechen, die sich bereits mit LSBT-Flüchtlingen beschäftigen.

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