Gedenken 27. Januar – Rede von Sven Wolf MdL

(SNW) | 27. Januar 2015 | Kategorie: ARCUS


080127 Mahnmal 004Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Millionen Menschen fielen nicht nur an diesem Ort dem Naziterror zum Opfer. Die Überlebenden mussten mit den traumatischen Erinnerungen weiterleben. Jährlich finden bundesweit Gedenkveranstaltungen statt, damit dieses Verbrechen nicht in Vergessenheit gerät. Die schwulen und lesbischen Landesverbände laden seit Jahren zu einem eigenen Gedenken ans Mahnmal „totgeschlagen – totgeschwiegen“ in Köln ein.

An die 80 Teilnehmenden sind 2015 gekommen, die Gabriele Bischoff (LAG Lesben, ARCUS) im Namen der Veranstalter_innen begrüßte: „Subtilere Formen der Abwertung Anderer aber verbreiten sich auch in aufgeklärten Gesellschaften in Form von Xenophobie, Antisemitismus, Anti‐Islamismus oder Homophobie immer intensiver. Es ist erschreckend, wie viele Menschen in Deutschland und Europa immer noch ganz offen äußern, dass sie Homosexualität für eine Krankheit halten, ohne sich dafür schämen zu müssen.“ Nach einer Schweigeminute sowie der Kranz- und Blumenniederlegung, zu der die Zauberflöten sangen, gab Gabriele Bischoff das Wort an Sven Wolf, Abgeordneter des Landtags NRW. Hier seine Rede zum Nachlesen:  (mehr …)


20 Jahre in Freiheit gelebt?!

(SNW) | 12. Juni 2014 | Kategorie: Community

Ein Kommentar von Simon Jekosch.

Gericht2Am 11. Juni 1994 wurde der § 175 StGB aus dem deutschen Strafrecht endgültig gestrichen. Seit der Einführung des Paragraphen im Jahre 1872, sind allerdings mehr als 140.000 Männer verurteilt worden. Warum? Weil sie Männer begehrten, sie liebten und ihre Gefühle auch in einem sexuellen Akt zum Ausdruck bringen wollten. In der Zeit von 1946 bis 1994 gab es fast 65.000 Urteile. Einige von diesen sind als verurteilte Verbrecher verstorben, andere leben noch heute mit dieser unwürdigen und unmoralischen Last. Eine unglaubliche Vorstellung für uns, die den Paragraphen nicht erlebt haben. Heute ist das in Deutschland undenkbar. Oder? Wie ist denn in Deutschland die Lage für schwule Männer heute, 20 Jahre später?

Ich erlebe häufig, dass Menschen, die sich wenig bis gar nicht mit Geschichte und unserer Rechtsprechung beschäftigen, nicht wissen, dass sexuelle Handlungen zwischen Männern gesetzlich verboten waren. Wenn ich ihnen davon erzähle, bemerke ich wie überrascht und schockiert sie reagieren. Diese Menschen haben den Paragraphen nicht erlebt, sie gehören zu einer jungen Generation. (mehr …)


Die Hirschfeld-Tage haben begonnen …

(SNW) | 4. April 2014 | Kategorie: ARCUS

Hirschfeld-Tage_in_NRW_Datum_URL_Weiss_auf_LilaSie waren lange angekündigt, nun gehen sie endlich los: Die zweiten Hirschfeld-Tage finden 2014 in Nordrhein-Westfalen statt. Fast 100 Veranstaltungen in 16 Städten spannen einen Bogen von historischen zu aktuellen Themen rund um schwul/lesbisches Leben. Das Schwule Netzwerk NRW hat als Projektbüro die Koordination übernommen. Unser Geschäftsführer Markus Johannes ist Mitglied im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und holte die Veranstaltungsreihe nach NRW. Er wagt nun einen ersten Rückblick und Ausblick … 

Als Jörg Litwinschuh, der geschäftsführende Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, 2011 die Idee der Hirschfeld-Tage in einer Kuratoriumssitzung vorstellte, wurde ich sofort hellhörig. Eine Veranstaltungsreihe mit lokalen Partner_innen, die alle zwei Jahre an einem anderen Ort ausgerichtet werden soll? So etwas ist nach meinem Geschmack. Und nach Berlin-Brandenburg 2012 lag es nahe, in den Westen zu gehen. In ein Bundesland, das gute Strukturen aufweist, um so ein Projekt auch stemmen zu können. Denn Hirschfeld-Tage zu organisieren, bedeutet, viele Menschen zu vernetzen, Sichtbarkeit zu erzeugen, Themen zu platzieren und damit auf Gesellschaft und Politik einzuwirken – Aufgaben, für die das Schwule Netzwerk und auch ich da sind.   

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Der 27. Januar – Nur so ein weiterer Gedenktag?

(SNW) | 21. Januar 2014 | Kategorie: ARCUS

Kranz2Seit einigen Jahren laden die lesbisch/schwulen Landesverbände und die ARCUS-Stiftung zum Gedenken für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus anlässlich des Gedenktags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ein. Ein Grüppchen von Lesben, Schwulen und verdächtig wenig weiteren Interessierten bibbert jeweils am 27. Januar unter der Hohenzollernbrücke in Köln am Mahnmal “totgeschlagen – totgeschwiegen”. Es gibt ein paar Ansprachen, ein Kranz wird niedergelegt und die Zauberflöten singen. Nach kurzen Plaudereien verschwinden die Anwesenden wieder in ihren Alltag. The same procedure as every year? Könnte man meinen, aber so ist es bei Weitem nicht!

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„Die Würde des Menschen ist unantastbar. …

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 14. April 2013 | Kategorie: ARCUS

Ein Aufruf der ARCUS-Stiftung

… Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“, Artikel 1, 1 des Grundgesetzes. Nach dem 2. Weltkrieg wurde viel dafür getan, dass im neuen Rechtsstaat „Bundesrepublik Deutschland“ altes Unrecht nicht wieder geschehen kann. Jedoch kriminalisierte der in der Nazizeit verschärfte Paragraph 175 Schwule bis 1969 alleine aufgrund ihrer Sexualität weiter fort. In der Zeit von 1945 bis 1969 gab es in der BRD über 100.000 Ermittlungsverfahren und 50.000 rechtskräftige Verurteilungen schwuler Männer. (mehr …)


CSD-Empfang 2017
CSD-Empfang 2017

Am 08. Juli findet wieder unser jährlicher CSD-Empfang im Kölner Gürzenich statt. Anmeldung erforderlich.
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