Wenn ich was wünschen darf …

(SNW) | 30. Juni 2014 | Kategorie: Gesellschaft

Am 05. Juli verleiht das Schwule Netzwerk NRW die Kompassnadel an Dr. Volker Jung, Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Ein Kommentar dazu von Bodo Busch.

One Way Sign and Cross Shadow - Horizontal

Herzlichen Glückwunsch zur Kompassnadel an Dr. Jung und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau! Neben Glück und Erfolg bei der Fortsetzung des ausgezeichneten Engagements gibt es aus der Sicht gewerkschaftlicher schwuler Lehrer allerdings noch weitere Wünsche an Kirchen – auch wenn die evangelischen da nur bedingt die richtigen Ansprechpartner sind. „Vielen Lesben und Schwule erscheinen ‚die Kirchen‘ und die überwältigende Mehrheit kirchlicher Repräsentant_innen bis heute als homophober Block. Mit der Verleihung unserer Kompassnadel an Herr Dr. Jung, würdigen wir, dass er diesem Bild mit seinem herausragenden Engagement entgegentritt“, erklärte Steffen Schwab die Entscheidung des Schwulen Netzwerks.

Ich kenne die Klage, dass die evangelischen Kirchen im öffentlichen Ansehen für die Sünden der katholischen mit büßen müssen. (Arbeits)rechtliche Privilegien haben allerdings beide, von denen sie einige unterschiedlich nutzen.

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Selbstverständlich!

(SNW) | 27. Juni 2014 | Kategorie: Gesellschaft

Am 05. Juli verleiht das Schwule Netzwerk NRW die Kompassnadel an Dr. Volker Jung, Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Ein Kommentar dazu von Dr. Beate Blatz.

Cross silhouette and the holy blue skyAls die Evangelische Kirche in Deutschland vor einem Jahr die Orientierungshilfe „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“ veröffentlichte, habe ich mich erst einmal darüber gefreut, dass in einer offiziellen Verlautbarung der EKD gleichgeschlechtliche Lebensweisen als eine von vielen möglichen und gesellschaftlich bereits längst praktizierten Lebensgemeinschaften anerkannt werden. Das ist ein großer Schritt und ich erinnere mich an ganz andere, sehr dunkle Zeiten, als ich in den achtziger und neunziger Jahren im kirchlichen Dienst in Norddeutschland arbeitete. Damals wurden Klaus Brinker und Hans-Jürgen Meyer in Hannover ihrer Ämter als Pastoren enthoben, weil sie offen zu ihrem Schwulsein standen. Dass die Gemeinden, in denen die beiden arbeiteten, eher an der Qualität der Arbeit und nicht an der Lebensweise interessiert waren, interessierte die Amtskirche damals wenig.

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Die Rede von Steffen Schwab zum Neujahrsempfang am 24. Januar 2014

(SNW) | 28. Januar 2014 | Kategorie: Internes

Schwules Netzwerk 1 2014

Foto: FRESH-Magazin – Dietrich Dettmann

Guten Abend, liebe Gäste,

zum Neujahrsempfang des Schwulen Netzwerks heißen wir Sie, Euch noch einmal herzlich willkommen.

Es tut sich viel: Wir sind umgezogen – mit unserer Geschäftsstelle aus dem dritten Stock beinahe in die Beletage, dann aber doch noch etwas tiefer ins Erdgeschoss am wunderschönen Innenhof der Lindenstraße 20. Schaut bei Gelegenheit mal vorbei. Wir brauchten mehr Platz, und unsere Freunde von der AH NRW auch, und wir sind froh, dass wir eine Lösung gefunden haben, die es uns immer noch erlaubt, Adresse, Infrastruktur und kollegiales Wissen zu teilen.

Wir sind umgezogen – mit unserem Neujahrsempfang, danken dem DGB ganz herzlich, dass er uns diesen Raum überlässt und sind gespannt, ob euch der ganz nah ans Wochenende gerückte neue Termin gefällt.

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Die Kompassnadel 2014 geht an Dr. Volker Jung und an Wulf Thomas

(SNW) | 24. Januar 2014 | Kategorie: Kirche

Volker JungSeit 1993 lädt das Schwule Netzwerk NRW jährlich zum CSD-Empfang anlässlich der ColognePride ein – seit 2000 gemeinsam mit der AIDS-Hilfe NRW. Im Rahmen des Empfangs verleiht das Schwule Netzwerk NRW zum 14. Mal die KOMPASSNADEL an Persönlichkeiten, die sich um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwulen besonders verdient gemacht haben. Am 24. Januar 2014 hat Vorstandsvorsitzender Steffen Schwab beim Neujahrsempfang des Netzwerks Dr. Volker Jung und Wulf Thomas als die diesjährigen Preisträger bekannt gegeben.

Als Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau hat Dr. Volker Jung aus einer herausragenden Position als leitender Geistlicher heraus an dem Familienpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland mitgewirkt. Dieses definiert den Stellenwert von Lesben, Schwulen, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Regenbogenfamilien auf nachhaltige Weise theologisch neu. „Volker Jung setzt sich dafür ein, dass ein vielfältiges Familienbild, trotz aller Kritik aus den eigenen Reihen, Einzug in das Selbstverständnis der Evangelischen Kirche in Deutschland hält“, so Steffen Schwab. Dies sei ein Zeichen, das überkonfessionell eine hohe positive Symbolkraft ausstrahlt.

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„Wir sind ja gesprächsbereit“

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 6. August 2013 | Kategorie: Kompassnadel

Interview mit Dr. Markus Verbeet (stellv. Ressortleiter Deutschland) zur Verleihung der Kompassnadel 2013 an die Redaktionen von Spiegel und Spiegel online

Dr. Markus Verbeet (stellv. Ressortleiter Deutschland) vom Spiegel bei der Verleihung der Kompassnadel, Köln 06.07.2013

Dr. Markus Verbeet (stellv. Ressortleiter Deutschland) vom Spiegel bei der Verleihung der Kompassnadel, Köln 06.07.2013

Herr Verbeet, der Laudator Marcel Dams hat in seiner Rede auf die Bedeutung von Spiegel und Spiegel online als Informationsquelle für Homosexuelle seiner Generation hingewiesen. Ein ganz konkretes und sehr persönliches Feedback – Redaktionsalltag oder doch ein besonderes Kompliment?

Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass jemand erklärt, warum wir diesen Preis bekommen und dass wir ihn auch verdient haben – gerade weil die Verleihung ja auch kritisch gesehen wurde und es viel Diskussionsbedarf gab und weiterhin gibt. Die Laudatio war sicherlich keine klassische Lobrede, ich habe sie aber als gut und angemessen empfunden. Denn man darf und muss unsere Berichte über HIV und Aids aus den 1980er Jahren hinterfragen. Es ist gut, dass nichts unter den Teppich gekehrt wurde.

In Ihrer Rede haben Sie von den internen Diskussionen berichtet, die es damals um diese Berichte gab. Sie selbst sind Jahrgang 1974 und haben somit die Aidskrise ja nicht als Journalist verfolgen können. Wenn man heute diese Hausmitteilungen von damals liest – kann man das überhaupt noch nachvollziehen?

Ich habe zum Glück nicht nur die Berichte lesen, sondern auch mit einigen Kollegen sprechen können, die damals schon im Haus gearbeitet haben. Dass die Diskussionen heftig waren, daran konnten sich alle gut erinnern. Aber eine Berichterstattung 30 Jahre später zu beurteilen, ist nicht einfach – unabhängig vom Thema. Beispielsweise was die medizinischen Prognosen angeht, die sich als falsch herausgestellt haben; da stellt sich heute die Frage, was wir besser hätten wissen können. Eine Antwort ist, ehrlich gesagt, nicht immer leicht zu finden, wenn man die Berichterstattung aus ihrer Zeit heraus beurteilen will.

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Eine politische Veranstaltung

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 2. August 2013 | Kategorie: Kompassnadel

Interview mit Laudator Marcel Dams zur Verleihung der Kompassnadel 2013 an die Redaktionen von Spiegel und Spiegel online

Laudator Marcel Dams bei der Verleihung der Kompassnadel, Köln 06.07.2013

Laudator Marcel Dams bei der Verleihung der Kompassnadel, Köln 06.07.2013

Marcel, Du hast bei der diesjährigen Verleihung der Kompassnadel an den Spiegel die Laudatio gehalten und dafür im Vorfeld eine Menge Kritik einstecken müssen. Worum ging es dabei?

Es gab Leute, die fanden, dass ich zu jung sei, um in dieser Angelegenheit Stellung beziehen zu können. Weil ich ja die negative Berichterstattung des Spiegel in den Anfängen der Aids-Krise nicht miterlebt hätte. Diese Kritik kam vor allem von Aktivisten, die älter sind als ich und sich ganz persönlich an diese Zeit erinnern. Außerdem hat man mir vorgeworden, ich ließe mich instrumentalisieren. Im Grunde genommen ging es um die Angst, dass da jemand kommt und Stellung zu etwas bezieht, dass er selbst nicht miterlebt hat. Das ist irgendwo nachvollziehbar, gleichzeitig aber auch unfair. Es gab aber auch sehr viel differenziertere Stimmen, mit denen ich die Diskussion gerne angegangen bin, auch wenn ich anderer Meinung war und bin.

Hast Du in der ganzen Aufregung im Vorfeld der Kompassnadelverleihung an den Spiegel auch mal daran gedacht, abzusagen und die Laudatio nicht zu halten?

Ja, habe ich – am Dienstag vor dem CSD-Wochenende. Am Montag war das mit der öffentlichen Kritik an meiner Person ja losgegangen. Es hatte vorher schon Leute gegeben, die mich persönlich zur Seite genommen und mir geraten haben, die Laudatio nicht zu halten. Aber dann kam die öffentliche Kritik, beispielsweise in Form von Pressestatements. Das ging dann also noch einen Schritt weiter. Die persönlichen Gespräche vorher fand ich in Ordnung. Das muss man aushalten können, weil man eben nicht jedem gefallen kann. Aber wenn man sich plötzlich in fragwürdigen Kommentaren im Internet wiederfindet, dann kann das schon verletzen. Dienstag habe ich mir dann die Frage gestellt: Mache ich das jetzt, oder nicht? Es gab aber auch Kritiker am Preis, die mich ermutigt haben, die Rede trotzdem zu halten und es kam irgendwann der Punkt, an dem ich dachte: Jetzt erst recht! (mehr …)


queerblick – Unser Kompassnadelpreisträger 2013 Falk Steinborn im Interview

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 4. Juli 2013 | Kategorie: Kompassnadel

Falk Steinborn von queerblick (Foto: Tobias Block)

(Foto: Tobias Block)

Falk Steinborn (Jahrgang 1987) gründete 2009 den Verein queerblick, der mit Jugendlichen zunächst in Dortmund und Umgebung eigene TV-Beiträge und Kurzfilme realisiert. Seit diesem Jahr sind der diesjährige Preisträger der Kompassnadel für ehrenamtliches Engagement und sein Team in ganz Deutschland unterwegs.

Falk, für diejenigen, die Dein Projekt noch nicht kennen – was ist queerblick?

queerblick ist ein Medienprojekt für junge Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transmenschen, die Lust haben, selber Medien zu machen. Einen Fernsehbeitrag zu machen, kann beispielsweise helfen, eigene Interessen, Ideen und Fragen zu formulieren. Junge Menschen brauchen ein Informations- und Aufklärungsangebot, das eben nicht nur aus Text besteht, sondern auch aus Bild und Ton. Sie brauchen Identifikationsmöglichkeiten, die ihnen Mut machen, in denen sie sich mit anderen Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transpersonen identifizieren können. Kaffeekränzchen und übers Schwulsein reden – das haben wir jetzt 25 Jahre lang gehabt. Natürlich muss es das auch weiterhin geben, aber das darf nicht alles sein. (mehr …)


CSD-Empfang 2017
CSD-Empfang 2017

Am 08. Juli findet wieder unser jährlicher CSD-Empfang im Kölner Gürzenich statt. Anmeldung erforderlich.
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