Lesben und Schwule statt „Homosexuelle“!

(SNW) | 4. Juli 2014 | Kategorie: Kirche

Am 05. Juli verleiht das Schwule Netzwerk NRW die Kompassnadel an Dr. Volker Jung, Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Ein Kommentar dazu von Anne Simon.

Kirche1Wenn mir das jemand 1978 – in dem Jahr, in dem ich anfing Evangelische Theologie zu studieren – gesagt hätte, dass ich im Jahr 2014 im Internet einen Blogbeitrag auf der Homepage des Schwulen Netzwerks NRW schreiben würde und das anlässlich der Verleihung der „Kompassnadel 2014“ an den Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung, dann hätte ich vermutlich Mühe gehabt, diese Vorhersage überhaupt zu verstehen! Denn seitdem haben sich nicht nur evangelisch-kirchliche Welten bewegt; es sind neue geschaffen worden! Und: „Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden!“ (1. Johannes 3,2a).

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Jung will auch von Kirchen neues Denken bei Homosexualität

(SNW) | 4. Juli 2014 | Kategorie: Gesellschaft

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Pressemitteilung 99 / 2014 der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zu: „Schwules Netzwerk“ ehrt Kirchenpräsidenten

Köln / Darmstadt, 4. Juli 2014

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, wird am Samstag (5. Juli) in Köln für seinen Einsatz für die Rechte Homosexueller ausgezeichnet. Das „Schwule Netzwerk NRW“ verleiht damit erstmals einem Kirchenvertreter die seit 2001 vergebene „Kompassnadel“. In den Vorjahren ging die Auszeichnung des Fachverbandes, dem über 40 Gruppierungen wie die Aids-Hilfe oder Beratungsstellen für Homosexuelle aus Nordrhein-Westfalen angehören, unter anderem an die Redaktion des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft oder den früheren Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes Theo Zwanziger.

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Wenn ich was wünschen darf …

(SNW) | 30. Juni 2014 | Kategorie: Gesellschaft

Am 05. Juli verleiht das Schwule Netzwerk NRW die Kompassnadel an Dr. Volker Jung, Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Ein Kommentar dazu von Bodo Busch.

One Way Sign and Cross Shadow - Horizontal

Herzlichen Glückwunsch zur Kompassnadel an Dr. Jung und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau! Neben Glück und Erfolg bei der Fortsetzung des ausgezeichneten Engagements gibt es aus der Sicht gewerkschaftlicher schwuler Lehrer allerdings noch weitere Wünsche an Kirchen – auch wenn die evangelischen da nur bedingt die richtigen Ansprechpartner sind. „Vielen Lesben und Schwule erscheinen ‚die Kirchen‘ und die überwältigende Mehrheit kirchlicher Repräsentant_innen bis heute als homophober Block. Mit der Verleihung unserer Kompassnadel an Herr Dr. Jung, würdigen wir, dass er diesem Bild mit seinem herausragenden Engagement entgegentritt“, erklärte Steffen Schwab die Entscheidung des Schwulen Netzwerks.

Ich kenne die Klage, dass die evangelischen Kirchen im öffentlichen Ansehen für die Sünden der katholischen mit büßen müssen. (Arbeits)rechtliche Privilegien haben allerdings beide, von denen sie einige unterschiedlich nutzen.

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Selbstverständlich!

(SNW) | 27. Juni 2014 | Kategorie: Gesellschaft

Am 05. Juli verleiht das Schwule Netzwerk NRW die Kompassnadel an Dr. Volker Jung, Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Ein Kommentar dazu von Dr. Beate Blatz.

Cross silhouette and the holy blue skyAls die Evangelische Kirche in Deutschland vor einem Jahr die Orientierungshilfe „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“ veröffentlichte, habe ich mich erst einmal darüber gefreut, dass in einer offiziellen Verlautbarung der EKD gleichgeschlechtliche Lebensweisen als eine von vielen möglichen und gesellschaftlich bereits längst praktizierten Lebensgemeinschaften anerkannt werden. Das ist ein großer Schritt und ich erinnere mich an ganz andere, sehr dunkle Zeiten, als ich in den achtziger und neunziger Jahren im kirchlichen Dienst in Norddeutschland arbeitete. Damals wurden Klaus Brinker und Hans-Jürgen Meyer in Hannover ihrer Ämter als Pastoren enthoben, weil sie offen zu ihrem Schwulsein standen. Dass die Gemeinden, in denen die beiden arbeiteten, eher an der Qualität der Arbeit und nicht an der Lebensweise interessiert waren, interessierte die Amtskirche damals wenig.

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Die Rede von Steffen Schwab zum Neujahrsempfang am 24. Januar 2014

(SNW) | 28. Januar 2014 | Kategorie: Internes

Schwules Netzwerk 1 2014

Foto: FRESH-Magazin – Dietrich Dettmann

Guten Abend, liebe Gäste,

zum Neujahrsempfang des Schwulen Netzwerks heißen wir Sie, Euch noch einmal herzlich willkommen.

Es tut sich viel: Wir sind umgezogen – mit unserer Geschäftsstelle aus dem dritten Stock beinahe in die Beletage, dann aber doch noch etwas tiefer ins Erdgeschoss am wunderschönen Innenhof der Lindenstraße 20. Schaut bei Gelegenheit mal vorbei. Wir brauchten mehr Platz, und unsere Freunde von der AH NRW auch, und wir sind froh, dass wir eine Lösung gefunden haben, die es uns immer noch erlaubt, Adresse, Infrastruktur und kollegiales Wissen zu teilen.

Wir sind umgezogen – mit unserem Neujahrsempfang, danken dem DGB ganz herzlich, dass er uns diesen Raum überlässt und sind gespannt, ob euch der ganz nah ans Wochenende gerückte neue Termin gefällt.

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Die Kompassnadel 2014 geht an Dr. Volker Jung und an Wulf Thomas

(SNW) | 24. Januar 2014 | Kategorie: Kirche

Volker JungSeit 1993 lädt das Schwule Netzwerk NRW jährlich zum CSD-Empfang anlässlich der ColognePride ein – seit 2000 gemeinsam mit der AIDS-Hilfe NRW. Im Rahmen des Empfangs verleiht das Schwule Netzwerk NRW zum 14. Mal die KOMPASSNADEL an Persönlichkeiten, die sich um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwulen besonders verdient gemacht haben. Am 24. Januar 2014 hat Vorstandsvorsitzender Steffen Schwab beim Neujahrsempfang des Netzwerks Dr. Volker Jung und Wulf Thomas als die diesjährigen Preisträger bekannt gegeben.

Als Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau hat Dr. Volker Jung aus einer herausragenden Position als leitender Geistlicher heraus an dem Familienpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland mitgewirkt. Dieses definiert den Stellenwert von Lesben, Schwulen, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Regenbogenfamilien auf nachhaltige Weise theologisch neu. „Volker Jung setzt sich dafür ein, dass ein vielfältiges Familienbild, trotz aller Kritik aus den eigenen Reihen, Einzug in das Selbstverständnis der Evangelischen Kirche in Deutschland hält“, so Steffen Schwab. Dies sei ein Zeichen, das überkonfessionell eine hohe positive Symbolkraft ausstrahlt.

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„Wir sind ja gesprächsbereit“

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 6. August 2013 | Kategorie: Kompassnadel

Interview mit Dr. Markus Verbeet (stellv. Ressortleiter Deutschland) zur Verleihung der Kompassnadel 2013 an die Redaktionen von Spiegel und Spiegel online

Dr. Markus Verbeet (stellv. Ressortleiter Deutschland) vom Spiegel bei der Verleihung der Kompassnadel, Köln 06.07.2013

Dr. Markus Verbeet (stellv. Ressortleiter Deutschland) vom Spiegel bei der Verleihung der Kompassnadel, Köln 06.07.2013

Herr Verbeet, der Laudator Marcel Dams hat in seiner Rede auf die Bedeutung von Spiegel und Spiegel online als Informationsquelle für Homosexuelle seiner Generation hingewiesen. Ein ganz konkretes und sehr persönliches Feedback – Redaktionsalltag oder doch ein besonderes Kompliment?

Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass jemand erklärt, warum wir diesen Preis bekommen und dass wir ihn auch verdient haben – gerade weil die Verleihung ja auch kritisch gesehen wurde und es viel Diskussionsbedarf gab und weiterhin gibt. Die Laudatio war sicherlich keine klassische Lobrede, ich habe sie aber als gut und angemessen empfunden. Denn man darf und muss unsere Berichte über HIV und Aids aus den 1980er Jahren hinterfragen. Es ist gut, dass nichts unter den Teppich gekehrt wurde.

In Ihrer Rede haben Sie von den internen Diskussionen berichtet, die es damals um diese Berichte gab. Sie selbst sind Jahrgang 1974 und haben somit die Aidskrise ja nicht als Journalist verfolgen können. Wenn man heute diese Hausmitteilungen von damals liest – kann man das überhaupt noch nachvollziehen?

Ich habe zum Glück nicht nur die Berichte lesen, sondern auch mit einigen Kollegen sprechen können, die damals schon im Haus gearbeitet haben. Dass die Diskussionen heftig waren, daran konnten sich alle gut erinnern. Aber eine Berichterstattung 30 Jahre später zu beurteilen, ist nicht einfach – unabhängig vom Thema. Beispielsweise was die medizinischen Prognosen angeht, die sich als falsch herausgestellt haben; da stellt sich heute die Frage, was wir besser hätten wissen können. Eine Antwort ist, ehrlich gesagt, nicht immer leicht zu finden, wenn man die Berichterstattung aus ihrer Zeit heraus beurteilen will.

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