Corrie Peters ist gestorben

(SNW) | 18. Februar 2014

Corrie1Mit 49 Jahren verstarb am Donnerstag, 06. Februar 2014 plötzlich und unerwartet Corrie Peters an den Folgen einer Gehirnblutung. Fast 10 Jahre war Corrie im Schwulen Netzwerk NRW im Rahmen der LAG queerhandicap ehrenamtlich tätig. Er hat herausragende Pionierarbeit für Lesben, Schwule, Bi’s und Trans* mit Behinderung geleistet. Durch Corries Tod verlieren wir einen einzigartigen und liebenswerten Wegbegleiter.

Corrie Peters war von Geburt an spastisch gelähmt. Als homosexueller Mann kannte er daher die Erfahrungen von Mehrfachdiskriminierung gut. Er setzte sich deshalb seit vielen Jahren ehrenamtlich gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung ein. Corrie leistete dabei wichtige Vereins- und Vernetzungsarbeit, initiiert Projekte und Fachtage, zeigte Präsenz u.a. auf Messen und Kirchentagen und half Menschen innerhalb und außerhalb der jeweiligen Communities, Verständnis für Sexualität und Behinderung zu entwickeln – vor allem in Hinblick auf Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle. Mit dieser herausragenden Arbeit zeigte er uns, was selbstorganisierte, aktive und erfolgreiche Inklusion bedeuten kann.

2005 gründete Corrie die Selbsthilfegruppe „RAR – Richtig am Rand“ in Köln und war bis zuletzt deren Ansprechperson. Von 2006 an organisierte er im Rahmen des Schwulen Netzwerks NRW die landesweite Vernetzung von LSBT mit Behinderung (LAG queerhandicap NRW). Daraus entstand unter seiner Federführung 2010 der bundesweite Verein queerhandicap e.V., dessen Vorstandsmitglied Peters war. Ab 2008 fungierte er zudem als Behindertenbeauftragter des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland, Landesverband NRW (LSVD NRW). BiNe – Bisexuelles Netzwerk e.V. gab er als Ansprechperson für „Bi mit Handicap“ wichtige Impulse. 2008 stellte sich Corrie als ehrenamtliches Rollenmodell aus NRW für die schwule Präventionskampagne ICH WEISS WAS ICH TU der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. zur Verfügung und arbeitete bis heute aktiv dort mit.

Mit Corrie verlieren wir nicht nur einen engagierten Aktivisten in der schwul/lesbischen Community. Wir verlieren einen Menschen, der mit viel Selbstbewusstsein, Präsenz und Humor uns regelmäßig die gesellschaftlichen und die individuellen Schranken aufgezeigt hat, die wir ihm – und anderen Menschen mit Behinderungen – aus Unwissenheit, Ignoranz oder Unachtsamkeit im Alltag setzen. Kontinuierlich und ohne Anklage half er uns, diese zu erkennen und Stück für Stück abzubauen.

Corrie war mit dieser Arbeit noch lange nicht am Ende des Notwendigen. Um so mehr werden wir ihn und seine Impulse vermissen. Wir werden ihn auch als Kollegen und Partner vermissen – in seinem und in unserem Bestreben, die Welt für diejenigen lebenswerter zu gestalten, die aufgrund welchen Merkmals auch immer Ablehnung, Ausgrenzung und Leid erfahren.

Corrie, Du wirst uns sehr fehlen!

Für den Vorstand und für die Kolleg_innen aus der Geschäftsstelle

Markus Johannes