Ein Projekt für junge queere Geflüchtete geht an den Start

(SNW) | 19. August 2016

photocase_AllzweckJack_kleinDas Jugendministerium NRW fördert im Rahmen der Arbeit unserer LSBT*-Jugendfachstelle ein Projekt für queere Geflüchtete bis 27 Jahre. Deshalb können wir eine Fachkraft für das Thema befristet bis zum 31.12.2017 einstellen. Das Projekt sieht zudem vor, dass neben dieser fachlichen Begleitung und Vernetzung auch 6 – 7 lokale Projekte mit Personal- und Sachkosten gefördert werden sollen, die vor Ort Beratung und Gruppenarbeit für queere Geflüchtete Jugendliche anbieten. 

Lesbische, schwule, bisexuelle und trans* (LSBT*) Geflüchtete sind als besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppe anzusehen. Sie sind strukturellem und gesellschaftlichem Rassismus und Homosexuellen/Trans*feindlichkeit wie auch einer ausgrenzenden Asyl- und Ausländergesetzgebung ausgesetzt. Regelmäßig wird seitens der LSBT*-Beratungsangebote von gewalttätigen Übergriffen in Flüchtlingsunterkünften, besonders gegenüber jungen Trans*-Menschen, berichtet. 

In den letzten Monaten haben sich daher in vielen Städten und Kommunen NRWs Initiativen gegründet, die diesen Menschen mit Rat und Unterstützung zur Seite stehen. In der Regel werden diese Angebote aus den LSBT*-Communities heraus ehrenamtlich aufgebaut und über Spenden finanziert. Die Communities und ihre psychosoziale Infrastruktur sehen sich vor der dringenden Herausforderung, Teilhabe und Integration für die LSBT*-Geflüchteten mit zu ermöglichen.

Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sind zentrale Merkmale in der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Homo- und Trans*negativität, Stigmatisierung und Gewalt sind darin weiterhin Sozialisationsbedingungen von LSBT*-Jugendlichen in Deutschland. Für Jugendliche mit Fluchtgeschichte, die lesbisch, schwul, bisexuell und/oder trans* sind, verdichten sich die genannten, belastenden und einschränkenden Faktoren. Zudem gerät die Frage nach der Unterstützung von LSBT*-Jugendlichen mit Fluchtgeschichte in aktuellen Versorgung, Betreuung und Begleitung von Geflüchteten stark in den Hintergrund.

Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Die Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts insbesondere junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen.

Um dies zukünftig gewährleisten zu können, stärken wir die landesweit tätigen LSBT*-Jugendfachstelle im Schwulen Netzwerk NRW zum Themenfeld „LSBT*-Jugendliche und Flucht“ mit diesem Projekt. Es wird gemeinsam mit der LAG Lesben in NRW umgesetzt und in enger Abstimmung mit den Fachleuten aus der (LSBT*-)Jugend- und Flüchtlingsarbeit in NRW durchgeführt.

Ausschreibung Fachstelle „Junge queere Geflüchtete“

Ausfüllbares Formular für regionale Mittel zum Aufbau von Unterstützungsstrukturen (Wenn der Browser die Anzeige nicht zulässt, muss das Formular lokal gespeichert bzw. der neuste Adobe Reader installiert werden.)

Foto: photocase@AllzweckJack