Kompassnadel 2015 für Stephan Denzer und Michael Jähme

(SNW) | 16. Januar 2015

CSD Empfang 2009„Dieser Mann ist das Satire-Botox für das ZDF“, titelte im Februar 2014 DIE WELT über Stephan Denzer. Mit dem Format „heute-show“ hat ZDF-Redaktionsleiter Denzer eine Sendung ins Leben gerufen, mit der er sowie das Team vor und hinter der Kamera unmissverständlich für eine vielfältige und offene Gesellschaft eintreten. Dafür ehrt ihn im Juli 2015 das Schwule Netzwerk NRW mit der Kompassnadel für besonderes prominentes Engagement. Mit Michael Jähme erhält ein verdienter ehrenamtlicher Mitarbeiter der ARCUS-Stiftung in diesem Jahr die Auszeichnung, der sich die Dokumentation von Biografien älterer schwuler Männer zur Aufgabe gemacht hat. 

Seit 1993 lädt das Schwule Netzwerk NRW im Juli zu einem CSD-Empfang anlässlich des Cologne Pride ein – seit 2000 gemeinsam mit der Aidshilfe NRW. Im Rahmen des Empfangs 2015 verleiht das Schwule Netzwerk zum 15. Mal die KOMPASSNADEL an Persönlichkeiten, die sich um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwulen besonders verdient gemacht haben. Am 16. Januar 2015 gab Landesvorsitzender Steffen Schwab beim Neujahrsempfang des Netzwerks die diesjährigen Preisträger bekannt.

 16.01.2015_Pressefoto_StephanDenzer„Wir zeichnen Stephan Denzer und das Team der heute-show für das konsequente Eintreten für eine offene Gesellschaft aus, für das stetige Entlarven homo- und transphober Hetzer und Verleumder – eine Haltung, die so subversiv wie publikumswirksam ist“, sagte Schwab. Denzer sorge mit dem von ihm geschaffenen Format für ein schlagkräftiges Hinterfragen von populistischer, homo- und transphober Meinungsmache. „Und wir freuen uns auf ihn und seine Leute zur Preisverleihung am 4. Juli 2015 im Kölner Gürzenich.“

Seit 1995 ist Stephan Denzer (47) beim Fernsehen tätig, seit 2009 als Teamleiter „Kabarett und Comedy“ des ZDF. Die heute-show wurde im Mai 2009 in Köln geboren, Denzer hat die Sendung von Anfang an begleitet. Sie wurde bereits mit zahlreichen Fernseh- und Comedypreisen ausgezeichnet. „Die Kompassnadel ist für mich eine ganz besonderer Preis, da mit ihr vor allem die politische und gesellschaftliche Bedeutung unserer Arbeit Anerkennung findet“, erklärt Denzer zu seiner Nominierung. Neben der heute-show ist Stephan Denzer zudem für die Satiremagazine „Die Anstalt“ und „Pelzig hält sich“ redaktionell verantwortlich.

16.01.2015_Pressefoto_Michael_JähmeMichael Jähme ist seit vielen Jahren haupt- und ehrenamtlich in der Schwulen- und Aidshilfebewegung in NRW aktiv. Seit 2012 versucht er über die Biografiearbeit mit schwulen Männern deren Bewusstsein für ihren persönlichen Beitrag zur Zeitgeschichte zu stärken. Seit Mitte 2013 führt er im Rahmen der ARCUS-Stiftung Zeitzeugeninterviews durch. Viele der schwulen Männer wurden nach 1945 weiter durch den § 175 StGB verfolgt und verurteilt. Das Zeitzeug_innen-Projekt der ARCUS-Stiftung will die Lebenserfahrungen von Menschen dokumentieren, denen eine freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit aufgrund der heteronormativ gestimmten gesellschaftlichen und rechtlichen Lebensbedingungen kaum beziehungsweise gar nicht möglich war. Jähme ist in der Stiftung offizieller Ansprechpartner für schwule und bisexuelle Männer.

Steffen Schwab: „Mit den Erinnerungen, die Michael aufzeichnet, wird zugleich den nachgewachsenen Generationen eines klar gemacht: Das, was wir an Gleichberechtigung gewonnen haben, haben wir selbst erstritten. Und was wir haben, können wir, siehe angeblich besorgte Eltern und Pegida, auch wieder verlieren, wenn wir es nicht verteidigen. Michael steht persönlich dafür, dass wir als Community durch Solidarität stark sind – durch produktiven Streit, nicht durch Ausgrenzung.“

Michael Jähme, Jahrgang 1959, ist von Beruf Sozialpädagoge und Mitglied des Stiftungsrats der ARCUS-Stiftung. Er ist der NRW-Kontaktmann zum „Archiv der anderen Erinnerung“ der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Jähme entwickelte die bundesweiten Qualitätsstandards für die Befragungen von lesbischen und schwulen Zeitzeug_innen und die Archivierungen mit. Er leistet diese Arbeit ehrenamtlich und finanziert einen Teil der damit verbundenen Kosten auch aus eigenen Mitteln.

Beide Preisträger werden beim CSD-Empfang am 4. Juli 2015 im Kölner Gürzenich anwesend sein und die Auszeichnungen persönlich entgegennehmen.

Weitere Informationen: www.csd-empfang-nrw.de

 

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