Mehr Aufklärung wagen!

(SNW) | 4. Juli 2015

SchLAu_KLuST_Info_2015„Vielfalt: lehren, lernen, leben“ ist das diesjährige Motte des ColognePride. Die Organisator_innen vom Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST) wollen Betroffene und Öffentlichkeit für das Thema “Homo- und Transphobie in Schule und Ausbildung” sensibilisieren. Sie wollen zu Diskussionen und Mitarbeit beim ColognePride und darüber hinaus anregen. Mit SchLAu NRW, der schwul, lesbisch, bi, trans* Aufklärung – in Trägerschaft des Schwulen Netzwerks NRW – hat sich der KLuSt dazu eng ausgetauscht. Ein Infoblatt mit aktuellen Forderungen wurde der Pressemappe zum ColognePride beigelegt (siehe Grafik).

Benjamin Kinkel, Landeskoordinator von SchLAu NRW, kommentiert die aktuelle Situation: 

Menschen gehen gegen Aufklärung (wie die von SchLAu) deutschlandweit auf die Straße. Mitte Juni waren es in Stuttgart 4.000 „besorgte Eltern“. Im Gepäck hatten sie fadenscheinige, ja unwissenschaftliche Behauptungen: Ziel von Aufklärung sei Heterosexualität abzuwerten, Jugendliche umzuerziehen oder zu sexualisieren. Und natürlich sollen die Geschlechter von Frau und Mann abgeschafft werden. Wir alle wissen, dass das Unsinn ist.

Das Menschenbild hinter diesen Demonstrationen ist geprägt von Ungleichheit: Heterosexuelle Menschen sind mehr wert, sind „normaler“ und „natürlicher“ und sie erhalten die Gesellschaft am Leben. Lesben, Schwule und Trans* sind in dieser Logik nicht gleichwertig. Universelle Menschenrechte? Haben sich heteronormativen Werten unterzuordnen.

Ich glaube, dass diese Positionen nicht mehrheitsfähig sind – zumindest aktuell. Ausruhen dürfen wir uns darauf nicht. Aufklärung ist heute wichtiger denn je. In der Schule, in der Erwachsenenbildung, in den Medien und natürlich: in der Politik. Warum? Damit das Menschenbild der Ungleichheit erst gar keine Wurzeln schlagen kann.

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Seit Beginn der Demonstrationen steigen die Anfragen nach SchLAu-Workshops an. Lehrkräfte und Schüler_innen wollen sich gegen Homo- und Transphobie engagieren. Das ist gut. Aber ohne SchLAu oder Schule der Vielfalt wüssten viele nicht wo sie ansetzen sollen. Projekte wie SchLAu sind wichtig, weil sie Berührungsängste nehmen und weil sie Angebote machen können. Gerade jetzt, in dieser Zeit. Aber immer öfter müssen die SchLAu-Teams sagen: Ausgebucht.

Von den Städten in NRW ohne SchLAu gar nicht erst zu sprechen. Ohne bedarfsgerechte Förderung wird das so bleiben. Eine Antwort auf die Demonstrationen muss deshalb mehr Vielfalt sein, mehr diversitätsbewusste Bildung, mehr Sensibilisierung von Schulen, mehr gesellschaftliche Bündnisse und natürlich: Mehr Aufklärung! Wann, wenn nicht jetzt!

www.schlau.nrw

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