Gesucht: Schwule Orte in NRW

(SNW) | 17. August 2015 | Kategorie: Community

Brick Wall RainbowDas Schwule Netzwerk NRW wird im nächsten Jahr 25 Jahre alt. Dieses Jubiläum wollen wir dreifach begehen: mit einer Gala in der Kölner Flora, mit einer Fachtagung – und mit der Entdeckung von “Schwulen Orten in NRW”. Mit dem Projekt wollen wir Orte sichtbar machen, an denen schwules Leben in Nordrhein-Westfalen stattgefunden hat und heute noch stattfindet. Diese Orte können unterschiedlichen Charakter haben, es eint sie ein jeweils persönlicher Bezug, eine Anekdote, Geschichte oder etwas übers Hörensagen erfahrenes des Menschen, der den Ort als “schwul” benennt. Deshalb seid ihr gefragt: Beschreibt uns eure schwulen Orte und Geschichten!

Was ist ein “Schwuler Ort”?

Der “Schwule Ort”, den wir suchen, steht – zumindest in der Regel – in keinem Lexikon und keinem Register. Er ist ein ganz persönlicher Ort – unser Ort, dein Ort, mein Ort. Ein Ort, der mit einer schwulen Geschichte verbunden ist: Wo mir jemand begegnet ist, der für mein schwules Leben Vorbild geworden ist. Wo jemand lebt (oder gelebt hat), der sich für das schwule Leben in meiner Stadt verdient gemacht hat. Wo meine Stadt mir zeigt, dass ich mich hier zu Hause fühlen darf. Wo Schwule deutlich gemacht haben, dass sie für ihre Rechte kämpfen. Wo ich stolz bin. Und so weiter …

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Vom Stigma zur Bewegung

(SNW) | 3. Juli 2015 | Kategorie: ARCUS

Foto2_Menschen_MahnmalIn diesem Jahr zeichnet das Schwule Netzwerk NRW Michael Jähme aus Köln mit dem Preis DIE KOMPASSNADEL für sein besonderes ehrenamtliches Engagement aus. Michael Jähme dokumentiert Biografien schwuler Männer im Rahmen des ARCUS-Zeitzeug_innenprojektes. Festgehalten werden Lebenserfahrungen von Menschen, denen eine freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit durch Staat und Gesellschaft verwehrt wurde.

Diese Arbeit wird durch eine Initiative der ARCUS-Stiftung und des PRIDE Salon, Köln tatkräftig unterstützt. Mit der Produktion und dem Verkauf von ROSA und SCHWARZEN WINKELN tragen sie nicht nur zur finanziellen Unterstützung des Projektes bei, sie halten auch einen wichtigen Aspekt lesbisch/schwuler Geschichte in Erinnerung.

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Eine schamlose Ausstellung!

(SNW) | 2. Juli 2015 | Kategorie: Geschichte

Schamlos01Am kommenden Samstag ist es wieder soweit: Seit 2001 verleiht das Schwule Netzwerk NRW im Rahmen des ColognePride den Preis DIE KOMPASSNADEL an Persönlichkeiten, die sich besonders um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwulen verdient gemacht haben. Die Auszeichnung ehrt zum einen ehrenamtlich engagierte Persönlichkeiten der schwulen Selbstorganisation, zum anderen werden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geehrt. In diesem Jahr wird unser Preisträger Stephan Denzer seine Skulpturen nur kurz in den Händen halten, denn sie steht momentan in einer Sonderausstellung im Bonner Haus der Geschichte. 

Ein Besuch von Markus Johannes

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Gemeinsam Erinnern – gemeinsam Handeln

(SNW) | 4. Februar 2015 | Kategorie: ARCUS

Anne1Seit 1996 ist der 27. Januar der deutsche Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Anlass ist der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz 1945 durch die Sowjetarmee. Im Jahr 2005 wurde der 27. Januar von den Vereinten Nationen sogar zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ erklärt. Er ist ein Gedenktag für ALLE Opfer des Nationalsozialismus. Es ist aber immer noch für viele eine Frage: Wurden und werden lesbische Frauen verfolgt, waren auch sie Opfer des NS-Terrorregimes? Anne Simon ging in ihrer Rede zur Gedenkveranstaltung 2015 am Mahnmal „totgeschlagen – totgeschwiegen, den schwulen und lesbischen Opfern des Nationalsozialismus“ im Kölner Rheingarten auf diese Frage ein. Hier ist ihre Rede nochmal zum Nachlesen: 

Die Situation lesbischer Frauen wird regelhaft an der Situation schwuler Männer gemessen und in diesem Vergleich als nachrangig bewertet, wie wir an den Auseinandersetzungen um das Berliner Mahnmal und die Gedenktafel im KZ Ravensbrück nachverfolgen können! Dass von einer NS-Verfolgung lesbischer Frauen gesprochen werden kann, darüber besteht keineswegs Einigkeit. Schlagzeile bei queer.de am 04.01.2013: „Keine Gedenktafel für lesbische Frauen in Ravensbrück – Verfolgung nicht bewiesen“. Und die nachfolgenden User-Kommentare lassen jegliche anspruchsvolle Diskussion einer gemeinsamen lesbisch-schwuler Politik vermissen. Teil einer solchen angemessenen Diskussion wäre es, die Verfolgungsgründe sozial und sexuell unangepasster Frauen im „Dritten Reich“ ebenso wie die Homophobie in der Erinnerungsgeschichte Ravensbrücks zu erforschen und wahrzunehmen.  (mehr …)


Gedenken 27. Januar – Rede von Sven Wolf MdL

(SNW) | 27. Januar 2015 | Kategorie: ARCUS


080127 Mahnmal 004Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Millionen Menschen fielen nicht nur an diesem Ort dem Naziterror zum Opfer. Die Überlebenden mussten mit den traumatischen Erinnerungen weiterleben. Jährlich finden bundesweit Gedenkveranstaltungen statt, damit dieses Verbrechen nicht in Vergessenheit gerät. Die schwulen und lesbischen Landesverbände laden seit Jahren zu einem eigenen Gedenken ans Mahnmal “totgeschlagen – totgeschwiegen” in Köln ein.

An die 80 Teilnehmenden sind 2015 gekommen, die Gabriele Bischoff (LAG Lesben, ARCUS) im Namen der Veranstalter_innen begrüßte: “Subtilere Formen der Abwertung Anderer aber verbreiten sich auch in aufgeklärten Gesellschaften in Form von Xenophobie, Antisemitismus, Anti‐Islamismus oder Homophobie immer intensiver. Es ist erschreckend, wie viele Menschen in Deutschland und Europa immer noch ganz offen äußern, dass sie Homosexualität für eine Krankheit halten, ohne sich dafür schämen zu müssen.” Nach einer Schweigeminute sowie der Kranz- und Blumenniederlegung, zu der die Zauberflöten sangen, gab Gabriele Bischoff das Wort an Sven Wolf, Abgeordneter des Landtags NRW. Hier seine Rede zum Nachlesen:  (mehr …)


20 Jahre in Freiheit gelebt?!

(SNW) | 12. Juni 2014 | Kategorie: Community

Ein Kommentar von Simon Jekosch.

Gericht2Am 11. Juni 1994 wurde der § 175 StGB aus dem deutschen Strafrecht endgültig gestrichen. Seit der Einführung des Paragraphen im Jahre 1872, sind allerdings mehr als 140.000 Männer verurteilt worden. Warum? Weil sie Männer begehrten, sie liebten und ihre Gefühle auch in einem sexuellen Akt zum Ausdruck bringen wollten. In der Zeit von 1946 bis 1994 gab es fast 65.000 Urteile. Einige von diesen sind als verurteilte Verbrecher verstorben, andere leben noch heute mit dieser unwürdigen und unmoralischen Last. Eine unglaubliche Vorstellung für uns, die den Paragraphen nicht erlebt haben. Heute ist das in Deutschland undenkbar. Oder? Wie ist denn in Deutschland die Lage für schwule Männer heute, 20 Jahre später?

Ich erlebe häufig, dass Menschen, die sich wenig bis gar nicht mit Geschichte und unserer Rechtsprechung beschäftigen, nicht wissen, dass sexuelle Handlungen zwischen Männern gesetzlich verboten waren. Wenn ich ihnen davon erzähle, bemerke ich wie überrascht und schockiert sie reagieren. Diese Menschen haben den Paragraphen nicht erlebt, sie gehören zu einer jungen Generation. (mehr …)


Die Hirschfeld-Tage haben begonnen …

(SNW) | 4. April 2014 | Kategorie: ARCUS

Hirschfeld-Tage_in_NRW_Datum_URL_Weiss_auf_LilaSie waren lange angekündigt, nun gehen sie endlich los: Die zweiten Hirschfeld-Tage finden 2014 in Nordrhein-Westfalen statt. Fast 100 Veranstaltungen in 16 Städten spannen einen Bogen von historischen zu aktuellen Themen rund um schwul/lesbisches Leben. Das Schwule Netzwerk NRW hat als Projektbüro die Koordination übernommen. Unser Geschäftsführer Markus Johannes ist Mitglied im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und holte die Veranstaltungsreihe nach NRW. Er wagt nun einen ersten Rückblick und Ausblick … 

Als Jörg Litwinschuh, der geschäftsführende Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, 2011 die Idee der Hirschfeld-Tage in einer Kuratoriumssitzung vorstellte, wurde ich sofort hellhörig. Eine Veranstaltungsreihe mit lokalen Partner_innen, die alle zwei Jahre an einem anderen Ort ausgerichtet werden soll? So etwas ist nach meinem Geschmack. Und nach Berlin-Brandenburg 2012 lag es nahe, in den Westen zu gehen. In ein Bundesland, das gute Strukturen aufweist, um so ein Projekt auch stemmen zu können. Denn Hirschfeld-Tage zu organisieren, bedeutet, viele Menschen zu vernetzen, Sichtbarkeit zu erzeugen, Themen zu platzieren und damit auf Gesellschaft und Politik einzuwirken – Aufgaben, für die das Schwule Netzwerk und auch ich da sind.   

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