Eine Stelle für die Jugend

(SNW) | 30. April 2014 | Kategorie: Community

JanGentsch2014_1Am 22.04. nahm Jan Gentsch seine Tätigkeit in der Landesfachstelle für lesbische, schwule, bi und trans* Jugendarbeit in NRW auf. Das Projekt befindet sich in Trägerschaft des Schwulen Netzwerkes NRW und wird in enger Kooperation mit der LAG Lesben in NRW umgesetzt.

Jan Gentsch studierte Erziehungswissenschaften an der Universität Bielefeld. Vor seinem Start im Schwulen Netzwerk arbeitete der gebürtige Bielefelder zuerst mehrere Jahre als pädagogischer Mitarbeiter in der Stricherarbeit und der Prävention pädokrimineller Gewalt an Jungen beim Kölner Verein Looks. Er wechselte anschließend zur Aids-Hilfe Bonn in den Bereich Herzenslust, einem zielgruppenspezifischen Präventionsangebot für schwule Männer. Zu dieser Zeit baute Jan den lesbisch, schwulen, bi und trans* Jugendtreff GAP in Bonn in einem Beteiligungsverfahren mit Bonner Jugendlichen auf und leitete ihn bis zum seinem Wechsel auf die Landesebene. Jan stellt seine zukünftigen Arbeitsschwerpunkte im Interview vor. 

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Corrie Peters ist gestorben

(SNW) | 18. Februar 2014 | Kategorie: Community

Corrie1Mit 49 Jahren verstarb am Donnerstag, 06. Februar 2014 plötzlich und unerwartet Corrie Peters an den Folgen einer Gehirnblutung. Fast 10 Jahre war Corrie im Schwulen Netzwerk NRW im Rahmen der LAG queerhandicap ehrenamtlich tätig. Er hat herausragende Pionierarbeit für Lesben, Schwule, Bi’s und Trans* mit Behinderung geleistet. Durch Corries Tod verlieren wir einen einzigartigen und liebenswerten Wegbegleiter.

Corrie Peters war von Geburt an spastisch gelähmt. Als homosexueller Mann kannte er daher die Erfahrungen von Mehrfachdiskriminierung gut. Er setzte sich deshalb seit vielen Jahren ehrenamtlich gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung ein. Corrie leistete dabei wichtige Vereins- und Vernetzungsarbeit, initiiert Projekte und Fachtage, zeigte Präsenz u.a. auf Messen und Kirchentagen und half Menschen innerhalb und außerhalb der jeweiligen Communities, Verständnis für Sexualität und Behinderung zu entwickeln – vor allem in Hinblick auf Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle. Mit dieser herausragenden Arbeit zeigte er uns, was selbstorganisierte, aktive und erfolgreiche Inklusion bedeuten kann.

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Schwul Lesbisch Bi Trans* Queer Bildungs- und Aufklärungsarbeit – Das politische Engagement einer neuen Generation?!

(SNW) | 19. Juli 2013 | Kategorie: Community

Ein Vortrag von Benjamin Kinkel

Als sich die Aufklärungsprojekte von SchLAu in NRW 2011 für das Thema Trans* öffneten wurde ich von einem langjährigen Engagierten aus der schwulen Community gefragt, ob diese Öffnung nicht gegen die „reine Lehre schwul-lesbischer Aufklärung“ sei und ob da nicht etwas vermischt werde, was nicht zusammengehöre. 

Als sich die rechtsextreme Partei ProKöln für die CSD-Parade in Köln anmeldete, solidarisierten sich spontan Teile der schwul-lesbischen Szene mit Vorurteilen, die vor allem Migrant_innen und besonders Muslime und Muslima für die anhaltende Homophobie in Deutschland verantwortlich machten.

Und als ich am vergangenen Wochenende meinen Freund in Stuttgart besuchte und wir uns am Bahnhof verabschiedeten, rollte am Gleis gegenüber ein Sonderzug ein, der Fußballfans des VfB Stuttgart vom DFB-Pokalfinale aus Berlin nach Hause brachte. Tatsächlich wurde ich noch nie in meinem Leben so abwertend und aggressiv beschimpft nur weil ich einen Mann liebe. Aller Erfolge der rechtlichen Gleichstellung zum Trotz.

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Alles nur eine Frage der Identität?

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 14. April 2013 | Kategorie: Community

Ein Kommentar von Markus Johannes 

Wie einfach war ich als Junge während meiner Kindheit in den späten 70ern noch mit Sprache und Zugehörigkeiten kategorisierbar. Jungs trugen blau, spielten mit Autos, rauften mit anderen Jungs und wollten mal Feuerwehrmann oder wie der Papa werden. Mädchen dagegen liebten rosa, halfen Mama beim Abwasch und waren (zumindest in den Augen von uns Jungs) irgendwie doof. Auch die Medien zeigten klare Rollen- und Berufsbilder mit allenfalls kleinen Brüchen, die eher unterhaltsam als gesellschaftkritisch daher kamen. Ja, das war die heile Deutsche Mark-Welt!

Heute ist das alles nicht mehr so einfach. Zum Glück! Die Frauen- und Lesben-, Schwulen- und Queerbewegungen haben dieser Gesellschaft zu Recht den Spiegel vorgehalten. Sie haben etwas historisch Einzigartiges angestoßen, und zwar die Verwirklichung des Anspruchs, dass sie als Individuen wahr- und ernst genommen werden. Dafür haben sich viele demütigen, beleidigen und an den Rand drängen lassen, aber immer mit dem absoluten Wissen, dass dieser Kampf richtig und gerecht ist.

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