Laudatio für Stephan Denzer

(SNW) | 7. Juli 2015 | Kategorie: Gesellschaft

11201876_1047974495231326_842581217868505187_nAm 04. Juli 2015 zeichnete das Schwule Netzwerk NRW Stephan Denzer für sein gesellschaftspolitisches Engagement als Erfinder und Redaktionsleiter der heute show aus. Der Schauspieler Klaus Nierhoff würdigte diese Arbeit in einer Laudatio: 

“Die Heute Show ist wie eine gute Freundin, blitzgescheit, sie nennt die Dinge beim Namen, sie geht offener, ideologiefreier und ungehemmter durchs Leben, als viele andere. Sie traut sich was, sie ist haltungsstark – sie deckt Ungerechtigkeiten auf und analysiert messerscharf. Ich weiß gar nicht, welche sexuelle Orientierung sie hat – das ist aber auch egal.

Bei unseren – LSBTTIQ–Themen ist sie auf unserer Seite – sie entlarvt die homophoben Spießer, wo sie nur kann – und wenn ihr vorgeworfen wird, sie sei von der virulenten Homolobby gesteuert, dann wird eine ganze Sendung unter dem Label „gesponsort von der virulenten Homolobby“ ausgestrahlt. Die Heute Show – als Satiresendung mit journalistischem Anspruch ist einzigartig in Deutschland – Stephan Denzer hat sie – als Leiter des Teams Kabarett/Comedy – auch „Team Lustig“ genannt – in der Hauptredaktion Show – erfunden und durchgepaukt beim ZDF und sie ist zu einem Aushängeschild des Senders geworden.  (mehr …)


Kompassnadel 2015 für Stephan Denzer und Michael Jähme

(SNW) | 16. Januar 2015 | Kategorie: ARCUS

CSD Empfang 2009„Dieser Mann ist das Satire-Botox für das ZDF“, titelte im Februar 2014 DIE WELT über Stephan Denzer. Mit dem Format „heute-show“ hat ZDF-Redaktionsleiter Denzer eine Sendung ins Leben gerufen, mit der er sowie das Team vor und hinter der Kamera unmissverständlich für eine vielfältige und offene Gesellschaft eintreten. Dafür ehrt ihn im Juli 2015 das Schwule Netzwerk NRW mit der Kompassnadel für besonderes prominentes Engagement. Mit Michael Jähme erhält ein verdienter ehrenamtlicher Mitarbeiter der ARCUS-Stiftung in diesem Jahr die Auszeichnung, der sich die Dokumentation von Biografien älterer schwuler Männer zur Aufgabe gemacht hat. 

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Wir machen mal was mit Medien …

(SNW) | 19. Dezember 2014 | Kategorie: Gesellschaft

logoDie Forderung ist so alt wie unsere schwul/lesbische Emanzipationsbewegung selbst: Lesben und Schwule sollen in den Medienräten vertreten sein, um ihre Interessen dort ebenso wie Glaubensgemeinschaften, Gewerkschaften und andere gesellschaftliche Gruppen einbringen zu können. Nach über 30 Jahren ist nun erstmals der Schritt gelungen. Am 18. Dezember 2014 fand die Abstimmung zur “Entsendung von fünf Mitgliedern durch gesellschaftlich relevante Gruppen in die Medienkommission der Landesanstalt für Medien durch den Landtag NRW gemäß § 93 Absatz 4 Landesmediengesetz NRW” statt. Die LAG Lesben in NRW und das Schwule Netzwerk NRW haben sich gemeinsam für einen Sitz und Stellvertreter-Sitz beworben – und wurden ausgewählt! 

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Da hilft nur eins …

(SNW) | 17. Oktober 2014 | Kategorie: Gesellschaft

SexuelleVielfalt2Zu der Zeitung ohne den klugen Kopf und einer wortreichen Verdächtigung – Wie die FAZ Rufmord an Aufklärungsprojekten begeht

Ein Kommentar von Steffen Schwab.

Aua. Die Leute, die an Schulen in Sachen sexueller Aufklärung unterwegs sind, richten Schaden bei Kindern an. Das ist, ganz vorsichtig formuliert, die Quintessenz eines Artikels, den die Berliner Journalistin Antje Schmelcher mit über 1800 Worten in der FAZ platzieren konnte. “Experten warnen vor zu früher Aufklärung von Kindern”, steht in der Unterzeile – das verschafft Autorität. “Unter dem Deckmantel der Vielfalt”, heißt die Schlagzeile. Und damit ist eigentlich auch schon das Vorgehen der Autorin abgesteckt, die nun munter eine Verdächtigungskette strickt, in die sie möglichst viele Personen und Institutionen einbezieht und beschädigt. Um zielsicher da anzukommen, wo sie von Anfang an hin will: zu einer Verbindung zwischen ehrenamtlichen Akteuren in Bildungsprojekten wie SchLAu und den Protagonisten der in den 1980er und 1990er Jahren geführten Pädo-Debatten. 

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“Wir sind ja gesprächsbereit”

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 6. August 2013 | Kategorie: Kompassnadel

Interview mit Dr. Markus Verbeet (stellv. Ressortleiter Deutschland) zur Verleihung der Kompassnadel 2013 an die Redaktionen von Spiegel und Spiegel online

Dr. Markus Verbeet (stellv. Ressortleiter Deutschland) vom Spiegel bei der Verleihung der Kompassnadel, Köln 06.07.2013

Dr. Markus Verbeet (stellv. Ressortleiter Deutschland) vom Spiegel bei der Verleihung der Kompassnadel, Köln 06.07.2013

Herr Verbeet, der Laudator Marcel Dams hat in seiner Rede auf die Bedeutung von Spiegel und Spiegel online als Informationsquelle für Homosexuelle seiner Generation hingewiesen. Ein ganz konkretes und sehr persönliches Feedback – Redaktionsalltag oder doch ein besonderes Kompliment?

Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass jemand erklärt, warum wir diesen Preis bekommen und dass wir ihn auch verdient haben – gerade weil die Verleihung ja auch kritisch gesehen wurde und es viel Diskussionsbedarf gab und weiterhin gibt. Die Laudatio war sicherlich keine klassische Lobrede, ich habe sie aber als gut und angemessen empfunden. Denn man darf und muss unsere Berichte über HIV und Aids aus den 1980er Jahren hinterfragen. Es ist gut, dass nichts unter den Teppich gekehrt wurde.

In Ihrer Rede haben Sie von den internen Diskussionen berichtet, die es damals um diese Berichte gab. Sie selbst sind Jahrgang 1974 und haben somit die Aidskrise ja nicht als Journalist verfolgen können. Wenn man heute diese Hausmitteilungen von damals liest – kann man das überhaupt noch nachvollziehen?

Ich habe zum Glück nicht nur die Berichte lesen, sondern auch mit einigen Kollegen sprechen können, die damals schon im Haus gearbeitet haben. Dass die Diskussionen heftig waren, daran konnten sich alle gut erinnern. Aber eine Berichterstattung 30 Jahre später zu beurteilen, ist nicht einfach – unabhängig vom Thema. Beispielsweise was die medizinischen Prognosen angeht, die sich als falsch herausgestellt haben; da stellt sich heute die Frage, was wir besser hätten wissen können. Eine Antwort ist, ehrlich gesagt, nicht immer leicht zu finden, wenn man die Berichterstattung aus ihrer Zeit heraus beurteilen will.

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Eine politische Veranstaltung

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 2. August 2013 | Kategorie: Kompassnadel

Interview mit Laudator Marcel Dams zur Verleihung der Kompassnadel 2013 an die Redaktionen von Spiegel und Spiegel online

Laudator Marcel Dams bei der Verleihung der Kompassnadel, Köln 06.07.2013

Laudator Marcel Dams bei der Verleihung der Kompassnadel, Köln 06.07.2013

Marcel, Du hast bei der diesjährigen Verleihung der Kompassnadel an den Spiegel die Laudatio gehalten und dafür im Vorfeld eine Menge Kritik einstecken müssen. Worum ging es dabei?

Es gab Leute, die fanden, dass ich zu jung sei, um in dieser Angelegenheit Stellung beziehen zu können. Weil ich ja die negative Berichterstattung des Spiegel in den Anfängen der Aids-Krise nicht miterlebt hätte. Diese Kritik kam vor allem von Aktivisten, die älter sind als ich und sich ganz persönlich an diese Zeit erinnern. Außerdem hat man mir vorgeworden, ich ließe mich instrumentalisieren. Im Grunde genommen ging es um die Angst, dass da jemand kommt und Stellung zu etwas bezieht, dass er selbst nicht miterlebt hat. Das ist irgendwo nachvollziehbar, gleichzeitig aber auch unfair. Es gab aber auch sehr viel differenziertere Stimmen, mit denen ich die Diskussion gerne angegangen bin, auch wenn ich anderer Meinung war und bin.

Hast Du in der ganzen Aufregung im Vorfeld der Kompassnadelverleihung an den Spiegel auch mal daran gedacht, abzusagen und die Laudatio nicht zu halten?

Ja, habe ich – am Dienstag vor dem CSD-Wochenende. Am Montag war das mit der öffentlichen Kritik an meiner Person ja losgegangen. Es hatte vorher schon Leute gegeben, die mich persönlich zur Seite genommen und mir geraten haben, die Laudatio nicht zu halten. Aber dann kam die öffentliche Kritik, beispielsweise in Form von Pressestatements. Das ging dann also noch einen Schritt weiter. Die persönlichen Gespräche vorher fand ich in Ordnung. Das muss man aushalten können, weil man eben nicht jedem gefallen kann. Aber wenn man sich plötzlich in fragwürdigen Kommentaren im Internet wiederfindet, dann kann das schon verletzen. Dienstag habe ich mir dann die Frage gestellt: Mache ich das jetzt, oder nicht? Es gab aber auch Kritiker am Preis, die mich ermutigt haben, die Rede trotzdem zu halten und es kam irgendwann der Punkt, an dem ich dachte: Jetzt erst recht! (mehr …)


queerblick – Unser Kompassnadelpreisträger 2013 Falk Steinborn im Interview

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 4. Juli 2013 | Kategorie: Kompassnadel

Falk Steinborn von queerblick (Foto: Tobias Block)

(Foto: Tobias Block)

Falk Steinborn (Jahrgang 1987) gründete 2009 den Verein queerblick, der mit Jugendlichen zunächst in Dortmund und Umgebung eigene TV-Beiträge und Kurzfilme realisiert. Seit diesem Jahr sind der diesjährige Preisträger der Kompassnadel für ehrenamtliches Engagement und sein Team in ganz Deutschland unterwegs.

Falk, für diejenigen, die Dein Projekt noch nicht kennen – was ist queerblick?

queerblick ist ein Medienprojekt für junge Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transmenschen, die Lust haben, selber Medien zu machen. Einen Fernsehbeitrag zu machen, kann beispielsweise helfen, eigene Interessen, Ideen und Fragen zu formulieren. Junge Menschen brauchen ein Informations- und Aufklärungsangebot, das eben nicht nur aus Text besteht, sondern auch aus Bild und Ton. Sie brauchen Identifikationsmöglichkeiten, die ihnen Mut machen, in denen sie sich mit anderen Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transpersonen identifizieren können. Kaffeekränzchen und übers Schwulsein reden – das haben wir jetzt 25 Jahre lang gehabt. Natürlich muss es das auch weiterhin geben, aber das darf nicht alles sein. (mehr …)