Trauer um Marlis Bredehorst

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 19. Oktober 2020 | Kategorie: Neuigkeiten

Mit Trauer und großer Anteilnahme haben wir vom viel zu frühen Tod von Marlis Bredehorst erfahren. Unsere Communities verlieren in ihr eine langjährige und engagierte Kämpferin für lsbtiq* Akzeptanz, lesbische Sichtbarkeit und starke zivilgesellschaftliche Strukturen.

Der Landesaktionsplan gegen Homo- und Transfeindlichkeit, den NRW 2012 als erstes Flächenland beschloss, war unter anderen ein entscheidender Verdienst von Marlis. In ihrer Rolle als Staatssekretärin des Emanzipationsministeriums wirkte sie 2010/11 entscheidend daran mit, ihn ins Leben zu rufen. Sie leistete damit einen entscheidenden Beitrag zur Verankerung von lsbtiq* Themen in der Landespolitik, die auch Grundlage war für die Einrichtung von landesweiten Fachstellen wie der Fachstelle Queere Jugend NRW oder der Landeskoordination Anti-Gewalt-Arbeit.

Auch die Fachstelle für schwul-lesbische Senior*innenarbeit im rubicon, die Kölner Fachstelle für Lesben, Schwule und Transgender und die entsprechende Stadtarbeitsgemeinschaft gäbe es nicht ohne ihr politisches Engagement. Unter anderem für dieses Engagement wurde Marlis 2019 mit der Ehrenmitgliedschaft des rubicon ausgezeichnet.

Als Vorstandsmitglied der ARCUS Stiftung setzte sie sich außerdem mit Herzblut und Energie dafür ein, Projekte für Freiheit und Selbstbestimmung von LSBTIQ* Communities zu stärken.

Unsere Gedanken sind bei Marlis Lebensgefährtin, ihren Kindern und allen Hinterbliebenen.


Statement: Gemeinsam gegen Diskriminierung – Rassistische Sprache ist Gewalt!

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 14. Oktober 2020 | Kategorie: Neuigkeiten

Im Anschluss an den Fachtag „Mehrfachdiskriminierung – (k)ein Thema für uns?!“ der Fachstelle #MehrAlsQueer, der Integrationsagentur im rubicon und der VHS Köln am 29. September im FORUM Volkshochschule kam es zu Vorfällen rund um die Verwendung rassistischer Sprache, zu denen wir hier Stellung beziehen möchten.

Als Queeres Netzwerk und dessen Fachstellen, Rubicon als Beratungsstelle und die Volkshochschule Köln als öffentlicher Bildungseinrichtung, positionieren wir uns deutlich gegen Gewaltformen in den unterschiedlichsten Facetten.

Queerfeindlichkeit und Rassismus bzw. deren Verschränkung sind die Kernthemen der Fachstelle MehrAlsQueer. Sowohl auf struktureller, institutioneller und individueller Ebene arbeiten wir alle gemeinsam für den Abbau von jeglichen Diskriminierungsformen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Rassistische Sprache ist eine Form von Gewalt, die nicht reproduziert werden darf. Lernen über Rassismus ist möglich, ohne sich selbst rassistische Sprache zu eigen zu machen. Wir sprechen uns daher klar und entschieden gegen die Verwendung des N*-Wortes im Speziellen und die Verwendung rassistischer Sprache im Allgemeinen aus. Wir alle haben die Verantwortung, in Bezug auf diskriminierungssensible Sprache dazuzulernen und dabei von den insbesondere rassismuserfahrenen Communities zu lernen. Das gilt auch für LSBTIQ*-Communities und für Fachkräfte, die in und mit unseren Communities arbeiten.

Deutlich positionierte sich zudem der Rat der Stadt Köln in seiner Sitzung vom 14. Mai 2020 gegen die Nutzung des rassistisch eingestuften N*Wortes, dessen Entscheidung wir vollumfänglich unterstreichen.

Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, wie unverzichtbar Sensibilisierungsarbeit im Kontext von Rassismus, Antisemitismus, Antimuslimischen Rassismus, Rassismus gegenüber Sinti_zze und Rom_nja und weitere Diskriminierungsformen ist.

Diese Arbeit wollen wir angehen – mit Euch und Ihnen gemeinsam!


Einladung zur Gay*Com im neuen Format: StadtLandQueer – LSBTIQ* Politik Kommunal

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 14. Oktober 2020 | Kategorie: Neuigkeiten

Vielleicht mehr denn je haben die Auswirkungen des Coronavirus gezeigt, wie wichtig solidarische Communities vor Ort sind. Zur Neuauflage unseres Gay*Com-Formats als StadtLandQueer laden das Queere Netzwerk NRW, die LAG Lesben in NRW und das Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW daher mit der Stadt Dortmund zum virtuellen Austausch über das Thema „LSBTIQ* vor Ort – Räume bewahren – entwickeln – öffnen.“

Die Veranstaltung findet am 6.11.2020 von 12 bis 17 Uhr als Online-Konferenz statt.

Alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier sowie als PDF zum Download: Einladung StadtLandQueer.


Schwules Netzwerk NRW wird Queeres Netzwerk NRW

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 26. September 2020 | Kategorie: Neuigkeiten

Seit seLogo Queeres Netzwerk NRWiner Gründung 1991 vertritt das Schwule Netzwerk NRW die Interessen schwuler Selbsthilfe und Beratung. In diesen drei Jahrzehnten hat sich vieles getan: Schwule Initiativen wurden ergänzt durch ein breites Organisations- und Themenspektrum im Bereich schwuler, lesbischer, bisexueller, trans*, inter* und queerer Arbeit. Künftig wird diese Entwicklung auch im Namen sichtbar sein: am 26.9.2020 beschloss die außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins die Umbenennung in Queeres Netzwerk NRW.

„Der Beschluss der Mitgliederversammlung ist Ergebnis eines intensiven Entwicklungsprozesses. Als Verband beschäftigen wir uns seit mehreren Jahren damit, wie sich die Realitäten unserer Arbeit und unserer Communities verändert haben,“ so Jürgen Rausch, Vorstandsvorsitzender des Queeren Netzwerk NRW. Bereits im Herbst 2018 hatten die Mitglieder des Netzwerks beschlossen, sich auf sich auf allen Ebenen des Vereins zu einem queeren und inklusiverer Landesverband weiterzuentwickeln, in dem die Vielfalt der LSBTIQ*-Communities in NRW sichtbar wird und sich viele aktive Menschen zugehörig und vertreten fühlen.

Ergebnis des Entwicklungsprozesses sind neben der Namensänderung auch eine neue Satzung und ein Selbstverständnis des Vereins, in denen sich die Vervielfältigung der Arbeitsbereiche widerspiegelt. Inhaltlich waren die Veränderungen in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen bereits gelebte Praxis. So ist das Queere Netzwerk NRW aktuell Träger*in von vier Fachstellen, die NRW-weit LSBTIQ* Jugendarbeit, Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit, Arbeit im Bereich geschlechtliche Vielfalt/trans* sowie Arbeit von und für Queers mit Rassismuserfahrung und of Color gestalten.

Über die vielfältige Arbeit der Mitglieder und Fachstellen sind zahlreiche Gruppen an das Netzwerk angeschlossen, welche keine juristischen Personen sind und daher bislang nicht Mitglieder des Verbands werden konnten. Auch hier soll die neue Satzung Veränderung bringen: „Um empowernde Räume und ein solidarisches Netzwerk zu schaffen, müssen wir offen sein für Communities, die sich auf vielfältige Art und Weise organisieren. Unsere neue Satzung sieht darum vor, dass auch nicht juristisch verfasste Gruppen Mitglied unseres Vereins werden können,“ erklärt Vorstandsmitglied Lilith Raza.

Das Queere Netzwerk NRW hat aktuell 42 Mitglieder und ist aktiv in ganz NRW. Gefördert werden die Aktivitäten des Netzwerks und seiner Fachstellen maßgeblich durch die Landesministerien für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sowie Arbeit, Gesundheit und Soziales. Darüber hinaus wird die Arbeit ermöglicht durch Fördermitglieder, Spenden und Sponsoring. Seit 2019 wird der Verein vertreten durch einen quotiert gewählten gemischtgeschlechtlichen Vorstand. Unter diesen Vorzeichen blickt er nun auch unter dem neuen Namen in die Zukunft. In den Worten von Vorstand Neofitos Argiropoulos: „Zum ersten Mal wird in unserem Bundesland ein Verein so entwickelt, dass niemand ausgeschlossen und alle willkommen sind. Diese Historische Entwicklung ist DAS EREIGNIS 2020.“


Rainbow Refugees jetzt Mitglied im Schwulen Netzwerk NRW

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 25. September 2020 | Kategorie: Neuigkeiten

Seit dieser Woche sind die Rainbow Refugees Cologne (hier mit ihrem Projekt SOFRA) Mitglied im Schwulen Netzwerk NRW. Dazu ein Herzliches Willkommen!!!!

Die Perspektiven, die die Rainbow Refugees in die Arbeit unseres Vereins einbringen, stellen eine wertvolle Bereicherung dar – für das Netzwerk und für die lsbtiq* arbeit in ganz NRW.

Dazu, was ihre Arbeit ausmacht und warum sie sich in unserem Verein engagieren, schreiben die Rainbow Refugees:

“Wir leben in einer Migrationsgesellschaft, aber viele Migrant*innen verfügen nicht über die gleichen Möglichkeiten zu Teilhabe, Bildung und Kultur. Und nicht nur das: Geflüchtete Menschen werden systematisch entrechtet oder illegalisiert.

Wer LSBTIQ und migrantisch ist, erfährt darüber hinaus Ausgrenzung und Diskriminierung: Es gibt Homo- und Transfeindlichkeit in der Mehrheitsgesellschaft und in migrantischen Communities. Und es gibt Rassismus, auch in der LSBTIQ-Community. Wir können nicht nur das eine benennen und kritisieren, schließlich macht beides unsere Leben schwer.

In unserem Verein arbeiten seit fünf Jahren LSBTIQ-Personen mit und ohne Flucht- und Migrationsgeschichte zusammen. Wir setzten uns für die Rechte, die Sicherheit und die Sichtbarkeit von geflüchteten und migrantischen LSBTIQ-Personen ein. Aber unsere Solidarität kennt zugleich kein Geschlecht und keine sexuelle Orientierung: Das Recht auf Asyl, auf Schutz, auf Bewegungsfreiheit und auf gleiche soziale Rechte muss allen Menschen gelten!

In den letzten Jahren haben wir die LSBTIQ-Geflüchtetenhilfe in Köln mit aufgebaut. Aber die klassische Geflüchtetenhilfe hat sich verändert und das ist gut so! LSBTIQ-Personen mit Fluchterfahrung organisieren sich selbst, auch in unserem Verein. Echte Beteiligung und Mitsprache heißt nicht für oder über LSBTIQ-Geflüchtete und -Migrant*innen zu entscheiden, sondern nur mit ihnen gemeinsam.

Unser Ziel ist es, dass LSBTIQ-Geflüchtete und -Migrant*innen sich selbst vertreten und dabei breite Bündnisse mit ihren Unterstützer*innen und Freund*innen entstehen. Deshalb sind wir jetzt Mitglied im Schwulen Netzwerk NRW.

Denn: Migration ist überall und sie ist unumkehrbar. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!”

 


Queerfeindlicher Übergriff auf Sprecher_in von SCHLAU NRW in Siegen: Antidiskriminierungsarbeit ist Gewaltprävention

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 8. September 2020 | Kategorie: Neuigkeiten

 

Ein Mitglied des Sprecher_innenteams von SCHLAU NRW wurde am Freitag, den 4.9., Opfer eines queerfeindlichen1 Übergriffs. Eine Gruppe von Jugendlichen hatte ihn_sie zunächst verbal angegriffen und mit schwulenfeindlichen Schimpfwörtern beleidigt. Als der_die Betroffene darauf reagierte, wurde er_sie körperlich attackiert und niedergeschlagen. SCHLAU NRW und der Trägerverein Schwules Netzwerk NRW verurteilen diesen gewalttätigen Übergriff scharf. Die folgende Pressemitteilung haben SCHLAU NRW und das Schwule Netzwerk gemeinsam herausgegeben:

„Der Vorfall steht stellvertretend für Gewalterfahrungen, die viele queere Menschen in NRW machen,“ so Atti Schmülling, Sprecher_in bei SCHLAU NRW. „Niemand darf für ihre_seine Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung diskriminiert oder angegriffen werden. Auch weil Übergriffe wie dieser passieren, ist unsere Aufklärungs- und Bildungsarbeit so wichtig.“ SCHLAU NRW bietet landesweit Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit im Bereich sexuelle und geschlechtliche Vielfalt an und versteht sich als ein wichtiger Baustein für Gewaltprävention und Akzeptanz.

Wichtig sei darüber hinaus, dass Opfer von Gewalt kompetente und sensible Beratung erhielten, ergänzt Şefik_a Gümüş von der Landeskoordination Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule & Trans* in NRW. Mit ihrer Aktion „Ich zeige das an!“ unterstützt die Stelle Opfer von queerfeindlicher Gewalt bei der Beratung zu einer polizeilichen Anzeige. Das sei allerdings nicht der einzige Weg für Betroffene: „Wir beraten LSBT*I*Q, die Gewalt oder Diskriminierung erfahren haben ganz unabhängig davon, ob sie eine Strafanzeige stellen möchten oder nicht,“ so Gümüş.

SCHLAU NRW Sprecher_in Schmülling sieht in dem Übergriff ein klares Zeichen für Handlungsbedarf vor Ort: „Natürlich fordern wir die Stadt Siegen auf, ein klares Zeichen für Vielfalt und gegen Gewalt zu setzen! Gewaltprävention, Empowerment, lsbtiq*-Beratungsstellen sowie Antidiskrimierungsarbeit müssen vor Ort konkret und entschlossen gestärkt werden. Damit Siegen für lsbtiq* ein sicherer und lebenswerter Ort ist!“ Dieser Handlungsbedarf bestehe im Übrigen nicht nur in Siegen, ergänzt Rebecca Knecht, stellvertretende Geschäftsführung des Schwulen Netzwerks. Der Vorfall fordere grundsätzlich alle Kommunen und Städte in NRW auf, die eigenen Strukturen und Maßnahmen für lsbtiq* zu stärken und nachhaltig aufzustellen.

Diese Information inkl. Pressekontakt und Hintergrundinformatonen steht hier zum Download zur Verfügung: Pressemitteilung queerfeindlicher Übergriff Siegen.


Räume schaffen und öffnen für queere geflüchtete Mädchen* und junge Frauen*: Werkstattprozess mit der LAG Mädchen*arbeit

Schwules Netzwerk NRW (SNW) | 23. Juli 2020 | Kategorie: Neuigkeiten

Plakat "Wir sind da" für Mädchen mit FluchterfahrungDer Begriff Intersektionalität ist aus der vielfaltssensiblen politischen und sozialen Arbeit nicht mehr wegzudenken. Queere geflüchtete Mädchen* und Frauen* erleben in ihrer Lebensrealität eine besondere Überschneidung von sozialen Lebenslagen und Diskriminierungsformen, über die auch Fachkräfte in den entsprechenden Bereichen bislang zu wenig wissen. Denn für eine Person, die sowohl Rassismus, Queerfeindlichkeit- als auch Sexismuserfahrungen macht, die aufgrund ihrer Herkunft wie ihres Alters, ihrer sexuellen Orientierung wie ihrer Geschlechtsidentität Fremdzuschreibungen und Stigmatisierung erfährt, lassen sich diese Erfahrungen nie einfach voneinander trennen. An diesem Punkt setzt eine Initiative des Projekts Queere Geflüchtete Jugendliche, angesiedelt am Schwulen Netzwerk NRW – in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen*arbeit in NRW, an.

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