“Stonewall was a Riot” – Rede von Steffen Schwab beim CSD-Empfang am 02. Juli 2016

(SNW) | 13. Juli 2016 | Kategorie: CSD

SteffenLiebe Freundinnen und Freunde der Aidshilfe NRW und des Schwulen Netzwerks NRW, liebe ehemalige, angehende, künftige Preisträger_innen, liebe Claudia Roth, liebe Frau Löhrmann, liebe Frau Reker,

am Dienstag war der Jahrestag von Stonewall. Der Aufstand der Lesben und Schwulen, vor allem eigentlich der Tunten, der Drag Queens. Daran erinnern wir uns, wenn wir den CSD feiern, den Christopher Street Day, an diesem Wochenende in Köln. Stonewall was a Riot, Stonewall war ein Aufstand – mit diesem Motto hat in diesem Jahr der alternative CSD in Köln klargestellt, dass es nach wie vor nicht einfach darum geht, ein buntes Fest zu feiern.

Der Colognepride an diesem Wochenende, aus dessen Anlass unsere beiden Landesverbände auch heute wieder zu diesem Empfang eingeladen haben, hat das Motto anders.Leben.  Das ist – leider – nicht als Feststellung zu verstehen. Sondern immer noch erst als Appell (mehr …)


Laudatio von Axel M. Hochrein auf Dirk Behmer zur Verleihung der Kompassnadel 2016

(SNW) | 2. Juli 2016 | Kategorie: Community

Heute zeichnete das Schwule Netzwerk NRW Dirk Behmer für seinen Einsatz im Outreach-Programm des DüsselCup mit der Kompassnadel für besonderes ehrenamtliches Engagement 2016 aus. Axel M. Hochrein, Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland sowie der Hirschfeld-Eddy-Stiftung hielt die Laudatio. Hier die schriftliche Version zum Nachlesen:  

Axel_Hochrein_CSD2016

Axel M. Hochrein

“Sport has the power to change the world. It has the power to inspire. It has the power to unite people in a way that little else does. Sport can awaken hope where there was previously only despair. “ Nelson Mandela | Laureus World Sports Awards 2000 in Monaco

„Sport hat die Kraft die Welt zu verändern“, sagte Nelson Mandela.

Und es gibt viele Bereiche, wo die Welt verändert werden muss. Wo wir Menschen eine Richtungsänderung vornehmen müssen, nicht nur für eine Welt die lebenswerter ist, sondern für eine Welt, die für alle Menschen dort lebenswert ist, wo sie zu Hause sind. Damit sie nicht von ihrem zuhause fliehen müssen, wegen Krieg, Hunger, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, der Religionszugehörigkeit oder weil sie schwul, lesbisch, trans* oder intersexuell sind. Und deswegen ihre Gefühle verstecken und sich verstellen müssen, wenn sie nicht gesellschaftlich geächtet, beleidigt oder verletzt werden wollen, wenn sie nicht riskieren wollen im Gefängnis zu landen, oder sogar vor der Todesstrafe fliehen müssen, die ihnen in 7 Ländern dieser Welt immer noch droht.  (mehr …)


Pressemitteilung von Ministerin Barbara Steffens zu 25 Jahre Schwules Netzwerk NRW

(SNW) | 18. Juni 2016 | Kategorie: Gesellschaft

Ministerin Steffens: Schwules Netzwerk NRW ist seit 25 Jahren engagierte Selbsthilfe – Gemeinsam gegen Diskriminierung und menschenfeindliche Parolen

Steffens_FachtagungDas Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Das Schwule Netzwerk Nordrhein-Westfalen steht für engagierte Selbsthilfe, klärt über gleichgeschlechtliches Lieben und Leben auf und fordert Respekt für sexuelle Vielfalt ein. „Das Schwule Netzwerk NRW trägt seit 25 Jahren dazu bei, die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität von Menschen sichtbar zu machen, die anders lieben. Das Netzwerk wirbt für Akzeptanz, fordert gleiche Rechte ein und ist mit seinen Kompetenzen ein wichtiger Partner im Kampf gegen Diskriminierung und Gewalt, dem aktuell besondere Bedeutung zukommt: Menschenfeindlichen und ausgrenzenden Parolen von Populisten treten wir gemeinsam mit Aufklärung und Informationen entgegen“, erklärte Emanzipationsministerin Barbara Steffens als Schirmherrin der Fachtagung „Schwule Identitäten – Queere Perspektiven“ anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Schwulen Netzwerk NRW am 17. Juni 2016 in Dortmund. (mehr …)


Im Interview mit Barbara Steffens: Eine Einordnung von schwuler Gesundheit 2016

(SNW) | 22. April 2016 | Kategorie: Politik

Steffens_Portrait_OF_sRGB_2Barbara Steffens ist als Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in der Landesregierung auch für die Themen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* zuständig. Hier ergeben sich regelmäßig Schnittmengen mit ihrer Aufgabe als Gesundheitsministerin des Landes NRW. Im Interview sprechen wir zum 25-Jährigen des Schwulen Netzwerks NRW deshalb mit Frau Steffens über schwule Gesundheit.

Liebe Frau Steffens,

HIV und AIDS waren in den 1980er und 1990er Jahren die bestimmenden Themen, wenn man von schwuler Gesundheit sprach. Das Schwule Netzwerk NRW wurde 1991 unter anderem auf Betreiben der Aidshilfe NRW gegründet, um neben der Verhaltensprävention auch zielgruppennahe Verhältnisprävention leisten zu können. Welche Rolle wird den Aidshilfen mit ihrer Lebensstilpolitik ihrer Meinung nach in einer Zeit nach HIV zukommen?  (mehr …)


Im Interview mit Dirk Meyer: Der Weg zur erfolgreichen Interessensvertretung

(SNW) | 10. Februar 2016 | Kategorie: Internes

microphone-1080052_1920Dirk Meyer, Patientenbeauftragter des Landes NRW, teilt uns in einem Interview zum 25-Jährigen des Schwulen Netzwerks NRW seine Einschätzung zur Interessensvertretung unseres Verbandes mit: 

Lieber Dirk, Du hat 1991 maßgeblich zur Gründung eines Schwulen Netzwerks mit beigetragen und gehörtest dem ersten Gründungsvorstand für zwei Jahre an. Würdest du heute noch einmal ein Schwules Netzwerk in NRW mitgründen und aufbauen?

Uneingeschränkt JA!
Wenn es das Schwule Netzwerk nicht gäbe, müssten wir es gemeinsam neu erfinden. Wir leben in einer pluralen (Bürger-)Gesellschaft , in der die unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Interessen und Anliegen immer wieder ausgehandelt und erkämpft werden müssen. Dinge verändern und bessern sich nicht von alleine. Und dazu braucht es gemeinsame Kommunikation, Organisation und Struktur, also gesellschaftliche Macht. (mehr …)


25 Jahre Schwules Netzwerk NRW – Warum braucht es uns?

(SNW) | 2. Februar 2016 | Kategorie: Community

Plakat Gruenderversammlung 300Die Frage, warum es uns braucht, ausgerechnet im Jubiläumsjahr unseres Verbandes zu stellen, ist tückisch. Die Antworten auf diese Frage sind so gut wie vorgegeben – zumal, wenn sie auch noch an jemanden gerichtet wird, der in diesem Verein Verantwortung trägt. Wer ist „es“? Wer ist dieses Netzwerk? Brauchen wir uns? Wer braucht uns? Oder brauchen wir uns nicht mehr?

Steffen Schwab, Landesvorsitzender des Schwulen Netzwerks NRW, greift diese Fragen in seinem Beitrag auf:

Der Paragraf 175 ist weg. Die eingetragene Lebenspartnerschaft ist da. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz auch. Und darüber hinaus eine ganze Reihe von Regelungen und Instituten, die die Akzeptanz von Schwulen und Lesben unterstützen und die zumindest eine Annäherung zu rechtlicher Gleichbehandlung darstellen.

Das ist die Geschichte seit 1991, als fast 40 schwule Gruppen und Initiativen in Dortmund das Schwule Netzwerk gegründet haben: ein Projekt, das eine Vielzahl von Themen und Interessen miteinander vernetzt, den Austausch fördert, gemeinsame Interessenvertretung anstrebt, Dienstleister für die vernetzten Projekte sein will. Und, vor allem: eine in der – noch – überwiegenden Zeit ihrer Existenz unterdrückte Minderheit sichtbar macht. (mehr …)


Für Meinungsfreiheit – Gegen Hetze im Netz

(SNW) | 26. November 2015 | Kategorie: Gesellschaft

Ein Beitrag von Jürgen Rausch

csm_Teaser_no_hate_a8d59afec6Was tun gegen Hass und Diskriminierung? Vor genau dieser Frage stand ich im Oktober bei der Diskussion über Hatespeech. Die Hassrede im Internet wird leider von immer mehr Nutzer_innen verbreitet. Das ist kein schlechter Stil mehr. Wenn Menschen persönlich beleidigt werden oder gar zu Gewalt gegen Menschen aufgerufen wird, ist die Grenze zur Kriminalität überschritten. Doch wie können wir dagegen vorgehen?

2014 wurde das Schwule Netzwerk NRW gemeinsam mit der LAG Lesben NRW in die Landesmedienkommission NRW berufen. Als einer der zwei Vertreter_innen nutzte ich diese Gelegenheit und machte den Vorschlag, gegen die hasserfüllten Postings etwa bei Facebook vorzugehen. Im Ausschuss für Programm und Aufsicht, dem ich angehöre, werden unter anderem auch die konkreten Beschwerden von Zuschauer_innen und Radiohörer_innen behandelt. Analog zum Waldschlösschen Appell, der bereits 2013 Forderungen an die Medien gegen die Verharmlosung homosexualitätsfeindlicher Diffamierungen formuliert hat, brachte ich die Möglichkeit eines breit angelegten Appells in die Diskussion ein. Dieser Vorschlag wurde sofort vom Ausschuss unterstützt.

In der Sitzung der Medienkommission am 20. November stand eben dieser Appell auf der Tagesordnung. Alle Mitglieder der Kommission stimmten dafür. Von einem Konsens der gesellschaftlich vertretenen Gruppen getragen, soll dieser Appell in die sozialen Netzwerke hineinwirken. Hierbei sind sowohl die Betreiber_innen als auch alle Nutzer_innen der sozialen Netzwerke angesprochen. Genauso wie im realen Leben kann (verbale) Gewalt nur mit couragiertem Auftreten verhindert werden. Denn nur mit einem einstimmigen und lauten „Nein! – Stoppt Hass und Diskriminierung im Netz“ ist der Hetze im Internet beizukommen.

Unterzeichne auch Du diesen Appell online!

Viele gute Hinweise zum Umgang mit hasserfüllten Kommentaren finden sich in einer Broschüre der Amadeo Antonio Stiftung.